Pfarrkirche St. Englmar
Zusammenfassung von Haymo Richter aus "Der Bayerwald"
  
Ohne Zweifel ist die Pfarrkirche St. Englmar mit dem wuchtigen, markanten Kirchturm der Mittelpunkt und das Wahrzeichen des Ortes. Die Pfarrkirche mit der geschlossenen Inneneinrichtung ist auch gleich so etwas wie das Geschichtsbuch des Ortes.
Für die Besichtigung der Pfarrkirche sollte man sich Zeit nehmen, es gibt viel zu sehen, vor allem im Zusammenhang mit dem Ortspatron St. Englmar, oder den außerordentlich wertvollen Hinterglaskreuzweg aus der Neukirchener Schule.       
 
Nachdem 1634 die Schweden Kirche und Dorf zerstört halten, wurde 1656 die jetzige Pfarrkirche erbaut. Der Turm sowie die Erweiterung von den beiden Kirchtüren nach rückwärts sind Zustand der letzten Jahrhundertwende. Die Kirche ist ein ländlich-schlichter Bau, ihr Innenraum birgt indes gute Altäre und edle Bildwerke der Spätgotik und des Barock. Eine Aufschrift an der Turmtür besagt, dass „dies löbliche Werk" zur Zeit des Abtes Michael Fuchs entstand.

Von der Abtei Windberg aus wurde auch die Seelsorge bis zur Säkularisation ausgeübt. Das große Gebäude über dem Kirchplatz ist der alte Prämonstratenserpfarrhof (derzeit leerstehend).

1937 wurden die neuromanischen Altäre entfernt. Der jetzige Hochaltar (Spätrenaissance 1640) kam aus dem Kirchlein St. Leonhard hierher. Der eingebaute Reliquienschrein befindet sich seit 1717 an dieser Stelle. Die Figur thront auf einem Barocksessel, angetan mit rotem Samt und aufgesticktem Rankenwerk in Gold. Das Haupt und die an den Seitenwänden des Schreins befestigten Gebeine sind beurkundet. Davor St. Englmar in der Glorie (Hochbarock, vermutlich aus der Oberalteicher Schule). Rechts davon hl. Wolfgang, Patron des Bistums Regensburg (um 1510), links hl. Barbara (1510).
PfarrkircheBild im Giebelfeld: Apostel Andreas.
In den Wandnischen neben dem Hochaltar: Rechts hl. Scholastika, die Schwester des hl. Benedikt (1730). Links hl. Leonhard (1480).
Der Volksaltar wurde aus der ehemaligen Chorschranke (Kommunionbank) zusammengefügt, die aus der Erbauungszeit der Kirche stammt.
Von den Seitenaltären kam der linke (1708, siehe Inschrift) aus der Friedhofskapelle hierher. Außer der Madonna (1938) sind alle Figuren der Seitenaltäre Arbeiten aus dem Barock. Rechts von der Mutter Gottes der hl. Josef, links der hl. Johannes Nepomuk. Oben allerheiligste Dreifaltigkeit. Der rechte Seitenaltar ist eine geschickte Nachbildung (1938). In der Mitte der hl. Florian, rechts die hl. Margaretha, links der hl. Stefanus. Oben spätgotisches Relief: Ermordung des seligen Engelmar (1510).
Auf der linken Seite am Hochaltar zwei auf Holz gemalene Legendentafeln (19. Jahrhundert). Motive über Engelmarlegende.
Die Kanzel (1656) trägt auf ihrem Schalldeckel Hirsch, Lamm und Kalb: Hinweise auf den tierliebenden Waldvater. Obenauf Johannes der Täufer (18. Jahrhundert). Gegenüber Kreuzigungsgruppe mit Maria und Johannes (Frührokoko um 1735).
Die Kreuzwegstationen sind Hinterglasbilder (18. Jahrhundert). Diese wurden in den Jahren 1992/1993 anlässlich der Kircheninstandsetzung vollkommen renoviert. Die 14. Station musste neu ersetzt werden. An der Emporebrüstung die Apostel Petrus und Paulus (Holzreliefs 1650). Neben der Kirchentüre der hl. Franziskus, ein Werk des Regensburger Dombaumeisters Richard Triebe (1969). Er schuf auch den Waldvater in Stein (1970) am Brunnen vor dem Kirchhof. Im Kirchenschiff sind sechs Tafelbilder (1656), die in Ölgemälden und Reiminschriften die Engelmarlegende erzählen. Die drei Deckengemälde (1735), vom Altarraum nach hinten: 1. Jüngstes Gericht, 2. Engelmars Patronat, 3. Engelmars Ermordung.

Der Turm wurde 1901-1902 erneuert, wie eine 2009 bei der Restaurierung gefundene Urkunde bezeugt. 2009 erfolgte eine Renovierung.

Pfarrkirche mit Seelenkapelle (links), Altem Pfarrhof (dahinter) und Liebfrauenkapelle (rechts)
 Zurück