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Rote
Flächen = Naturschutzgebiete
"Flumm-Niederung" und "Fehntjer Tief-Nord" Grüne Fläche = Naturschutzgebiet "Boekzeteler Meer" |
Ein Naturparadies in der Gemeinde Großefehn ist die
Flumm-Niederung, die sich nordöstlich von Westgroßefehn
erstreckt.
Es handelt sich um eine vermoorte Niederung, durch den ein Niederungsbach -
die Flumm - fließt. Westlich schließt sich die
Fehntjer-Tief-Niederung an, die ebenfalls z.T. zur Gemeinde Großefehn
gehört.
Diese ursprünglich von Bruchwald bewachsenen Niederungen werden seit
dem Mittelalter als Wiese und Weide genutzt. Hierdurch haben sich wertvolle
Feuchtwiesen und Seggenrieder entwickelt.
Wegen des feuchten, moorigen Bodens war die Flumm-Niederung für die
Landwirtschaft immer nur extensiv nutzbar. Die Flächen wurden zumeist
einmal im Jahr gemäht und anschließend fand eine Nachbeweidung
statt. Durch diese extensive Nutzung siedelte sich hier eine artenreiche
Tier- und Pflanzenwelt an, die an diesen feuchten Lebensraum angepaßt
und auf ihn angewiesen ist.
Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wurde auch in der Flumm-Niederung
versucht, durch Entwässerung die Voraussetzungen für eine
intensivere Landwirtschaft zu schaffen. In den 60er Jahren wurde die Flumm,
die ehemals mit vielen Schleifen durch die Niederung floß, begradigt.
Seither sieht sie mehr wie ein Kanal als wie ein natürlicher Bach aus.
Durch weitere Maßnahmen im und in der Umgebung der Niederung wurde es
möglich gemacht, die Flächen auch mit schwereren Geräten zu
bearbeiten. Durch Düngung wurden viele der Sumpfdotterblumen-Wiesen in
artenarmes Intensivgrünland umgewandelt. Viele ehemals in der
Niederung heimische Tier- und Pflanzenarten sind dadurch verschwunden oder
sehr selten geworden.
Es gelang jedoch nie, die Flumm-Niederung so intensiv zu nutzen, wie andere
Gebiete, so daß sie bis heute ein wertvoller Lebensraum blieb.
Seit den 70er Jahren rückte die Flumm-Niederung in das Interesse
des Naturschutzes. Es war deutlich geworden, daß von den vielen
Feuchtgebieten, die Ostfriesland einst besessen hatte, nur noch wenige
übrig geblieben waren. Und die Flumm-Niederung war - trotz der
Intensivierung der Landwirtschaft - immer noch eines der wertvollsten.
Aufgrund dieser hohen Bedeutung für den Naturschutz wurde in den 90er
Jahren die Flumm-Niederung zusammen mit der Fehntjer Tief-Niederung in das
Bundesförderprogramm zur "Förderung und Entwicklung
schutzwürdiger Teile von Natur und Landschaft mit gesamtstaatlich
repräsentativer Bedeutung" aufgenommen. Der größte Teil der
Flächen wurde mit diesen Mitteln vom Landkreis aufgekauft und wird
heute extensiv von den örtlichen Landwirten genutzt. Eine extensive
Nutzung ist zur Erhaltung des Gebietes erforderlich, da sich ansonsten
über kurz oder lang Gebüsche und Wald entwickeln würden. Die
seltenen Arten der Feuchtwiesen würden dann aus dem Gebiet
verschwinden. Damit die Tier- und Pflanzenwelt erhalten bleibt, wurde von
Fachleuten ein "Pflege- und Entwicklungsplan" erstellt, der Vorschläge
macht, welche Nutzung für das Gebiet am besten ist.
Die Flumm-Niederung mit einer Größe von 365 ha ist 1997 als
Naturschutzgebiet ausgewiesen worden.
Die Flumm-Niederung wird von den Mitarbeitern der Naturschutzstation
Flumm/Fehntjer Tief betreut, die sich darum kümmern, daß sich
das Gebiet wie gewünscht entwickelt. Die Station hat ihren Sitz in
einem denkmalgeschützen Gulfhof in
Lübbertsfehn. Wer mehr Informationen zum Gebiet und seiner Tier- und
Pflanzenwelt haben möchte, kann sie dort bekommen. Naturschutzstation Fehntjer Tief,
Lübbertsfehner Str. 24, 26632 Ihlow, Tel.: 04945/1491 od.
1492.
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Am Meedenweg in der Flumm-Niederung ist vor einigen Jahren ein Gewässer angelegt worden, um die Lebensraumvielfalt im Naturschutzgebiet weiter zu erhöhen. Dieses Biotop ist von der Tierwelt schnell angenommen worden. Neben Bläßhuhn und Stockente sind hier inzwischen häufig Löffel- und Krickenten zu beobachten. Kiebitze, Uferschnepfen und Rotschenkel übernachten gerne auf den kleinen Inseln im Biotop, da sie hier vor Bodenfeinden wie dem Fuchs geschützt sind. Die hohe "Burg" die auf dem Foto zu sehen ist, nutzt übrigens das Bläßhuhn als Brutplatz. Mit etwas Glück bekommt man am Biotop auch Durchzügler wie den Flußregenpfeifer oder den Grünschenkel zu Gesicht. Aber nicht nur Vögel nutzen das Biotop, sondern auch viele Libellenarten und Frösche. Am auffälligsten ist der leuchtend grüne Seefrosch, der im Sommer mit lautem Quaken auf sich aufmerksam macht.
In der Flumm-Niederung findet man zahlreiche Pflanzenarten, die aus den
meisten anderen Grünlandgebieten verschwunden sind oder sich dort
bestenfalls noch am Grabenrand finden. Auch wenn die Feuchtwiesen nicht so
farbenfroh und vielfältig sind, wie z.B. die Bergwiesen in den Alpen,
so sind sie doch zumindest im Frühling und Frühsommer
ansehnlich.
Im April fallen dem Besucher auf vielen Flächen die leuchtend gelben
Sumpfdotterblumen ins Auge, die zusammen mit dem weiß-rosa
Wiesenschaumkraut das Bild beherrscht. Weitere Arten, die später im
Frühling für Farbe sorgen, sind verschiedene
Hahnenfußarten, Kuckuckslichtnelke, Wassergreiskraut,
Sumpfkratzdistel und Mädesüß. All diese Arten haben sich
seit der Extensivierung der Nutzung wieder erfreulich ausgebreitet. Weniger
bunt aber dafür für den Botaniker interessant sind die vielen
Kleinseggenrieder, die sich in den letzen Jahren wieder entwickeln
konnten.
Seinen besonderen Reiz erhält die Flumm-Niederung durch die typische Vogelwelt, die die Niederung im Frühjahr nicht nur zu einem optischen sondern auch zu einem akustischen Erlebnis macht.
Brutvogel ist z.B. der Kiebitz, der mit seinem Balzflug und den charakteristischen Rufen schon von weitem auffällt.
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| Ihrem lauten, im Flug vorgetragenen Ruf verdankt sie dem plattdeutschen Namen "Greta" |
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einen Ton, der an das Meckern einer Ziege erinnert, weshalb die Art auch "Himmelsziege" oder auf Plattdeutsch "Bäverbuck" genannt wird. |
Obwohl es Ziel ist, den größten Teil der Flächen extensiv als Grünland zu nutzen, gibt es in der Niederung auch einige Brachflächen. Diese Bereiche erscheinen vielen Einheimischen und Besuchern als ungepflegt und störend, doch sind auch sie wertvoller Lebensraum für seltene Vogelarten. Beispielsweise brüten hier Schwarzkehlchen und Blaukehlchen, die ansonsten im Gebiet nicht vorkommen. Auch der Feldschwirl, der abends und nachts seinen heuschreckenähnlichen Gesang hören läßt, bevorzugt diese strukturreichen Flächen.
Leider nicht mehr heimisch ist in Großefehn der Weißstorch.
Der letzte Horst wurde in Westgroßefehn Mitte der 90er Jahre
aufgegeben. Es ist zu hoffen, daß durch die
Naturschutzmaßnahmen in der Flumm- und Fehntjer Tief-Niederung in den
nächsten Jahren wieder mehr Nahrung für den Storch vorhanden ist
und er sich wieder im Gebiet ansiedelt.
Letzte Änderung der Homepage am 15.10.2000