Meine Infizierung mit dem Orchideenvirus erfolgte 1997 während eines Urlaubs in
Wasserburg am Bodensee.
Ohne auch nur im geringsten die sich später herausstellende Tragweite der Wahl
des Quartiers zu ahnen, meldete ich uns in einer Privatpension bei einem
älteren Ehepaar an. Schon am ersten Morgen wurde ich von einem betörenden Duft
im Frühstücksraum begrüßt (es war nicht der Kaffee!) und war sofort
begeistert von den dort stehenden herrlichen Orchideen. Wir waren also in der
Pension eines passionierten Orchideenliebhabers gelandet, der stets einen Teil
seiner blühenden Exemplare im Frühstücksraum zur Freude der Gäste
aufstellte.
In seinem Gewächshaus befanden sich Unmengen von Orchideen, deren Namen ich
damals noch nicht kannte, so dass ich mich auch leider nicht mehr erinnern kann.
Er hat mit viel Geduld meine laienhaften Fragen beantwortet, mir alte
Orchideenhefte zum Lesen gegeben und so den Nährboden gut vorbereitet.
Leider ist der alte Herr im darauf folgenden Jahr verstorben. In seinem
Gewächshaus brach eine Ungezieferplage aus, die leider von seinen Angehörigen
nicht unter Kontrolle gebracht werden konnte. So gingen die Orchis nach und nach
ein. Zuletzt, d.h. im Jahr 2000, existierten noch 2 oder 3 traurige
Exemplare.
Zu gerne würde ich jetzt noch mal in dem Gewächshaus, wie ich es 1997
vorgefunden habe, herumstöbern. Sicher würde meine Begeisterung keine Grenzen
kennen, denn ich denke, es waren sicher wirkliche Schätze darunter, immerhin
war der alte Herr über 20 Jahre Orchideenliebhaber.
Erinnern kann ich mich insbesondere an eine Orchidee, ein Den. kingianum, wie
ich später anhand eines Fotos feststellte. Gerade von ihr war ich, warum auch
immer, fasziniert (wahrscheinlich tendierte ich schon damals zu den kleinen
Blüten). Selbst habe ich mich natürlich auch an Den. kingianum versucht, aber
leider vergebens. Zweimal habe ich ein Exemplar totgepflegt, seither lasse ich
die Finger davon.
In der Bildergalerie „Dia“ befinden sich einige eingescannte Dia’s.
Drei zeigen einen Teil der blühenden Orchideen im Frühstückszimmer und einige
weitere den Ort Wasserburg sowie den Bodensee, der mich schon seit Jahren immer
wieder magisch anzieht.
Meine Orchisucht begann mit Phalaenopsis und Paphiopedilum, gefolgt von
Oncidium und wie sie alle heißen. Derzeit versuche ich mich an den Kleinen (der
Platz wird knapp), nämlich Masdevallia, Maxillaria, Dryadella, Scaphosepalum
sowie Den.cutbertsonii.