Worterklärungen

Hier finden Sie Worte erklärt, die zumeist zu den "Bedrohten Wörtern" gehören, weil sie in neueren Revisionen der Lutherbibel nicht mehr vorkommen, oder solche, die außerhalb des biblischen Sprachgebrauchs kaum mehr Verwendung finden und daher ebenfalls vom Aussterben bedroht sind.

Die roten Abkürzungen unter den Bibelstellen zeigen in welchen Revisionen das jeweilige Wort noch verwendet wurde.

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A

Abrahams Schoß

Bibelstelle
Lukas 16,22 u.ö.
MLO JUB R64 R84

Erklärung
In Abrahams Schoß sein oder liegen ist bildliche Ausdrucksweise der Nähe zu Abraham. Ursprünglich war damit eine Stellung zu Tisch gemeint. Der "Lieblingsgast" durfte unmittelbar beim Gastgeber, wie es im Orient üblich ist, liegen. Im übertragenen Sinn ist damit der Ort der Glückseligkeit oder auch das Paradies gemeint.

Heutige Lutherübersetzung
"Abrahams Schoß"

Verfasser
Gerhard Bauer, Pfarrer

Afterreden

Bibelstelle
1. Petrus 2,1
MLO JUB R64 R84

Erklärung
Jemandem etwas Schlechtes oder Böses nachsagen oder auch bewusst falsche Informationen über eine unliebsame Person verbreiten und in Umlauf bringen, um dieser Schaden zu zufügen. Als Substantiv: das "Afterreden"

Heutige Lutherübersetzung
"Üble Nachrede"

Verfasser
Gerhard Bauer, Pfarrer

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B

Berüchtigen

Bibelstelle
Lukas 16,1
MLO JUB R64 R84

Erklärung
Jemanden "berüchtigen" (passiv "berüchtigt werden") heißt, über jemanden ganz gezielt ein Gerücht zu verbreiten, meist zum Nachteil des Betroffenen, also jemanden in einen schlechten Ruf bringen, in ein schlechtes Licht setzen, woraus dann Beschuldigungen werden.

Heutige Lutherübersetzung
"Beschuldigen"

Verfasser
Gerhard Bauer, Pfarrer

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C

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D

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E

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F

Fingerreif

Bibelstelle
Lukas 15,22
MLO JUB R64 R84

Erklärung
Ein altes Wort für Fingerring oder Ring allgemein: der Reif am Finger. Gebräuchlicher ist noch der "Armreif". In früheren Zeiten gab es neben Finger- und Armreif auch den Fußreif. Heute wird das Wort meist als "Reifen" gebraucht, z.B.: Fahrrad- oder Autoreifen.

Heutige Lutherübersetzung
"Ring"

Verfasser
Gerhard Bauer, Pfarrer

Freien / sich freien lassen

Bibelstelle
Lukas 17,27
MLO JUB R64 R84

Erklärung
"Freien" bedeutet soviel wie um eine Frau werben, auf Brautschau gehen, einer Frau den Hof machen. Im heutigen Deutsch kommt es noch als "Freier" vor, das jedoch ausschließlich negativ gebraucht wird - für jemanden, der den käuflichen Liebesdienst einer Prostituierten in Anspruch nimmt.

Heutige Lutherübersetzung
"Heiraten" / "sich heiraten lassen"

Verfasser
Gerhard Bauer, Pfarrer

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G

Gefilde

Bibelstelle
Jesaja 51,3
MLO JUB R64 R84

Erklärung
Als "Gefilde" bezeichnet man eine trockene, meist unbebaute und ebene Landfläche, ein flaches Feld, das z.B. nicht bewässert und landwirtschaftlich genutzt wird, ein Brachland oder auch dürres Land.

Heutige Lutherübersetzung
"Dürres Land"

Verfasser
Gerhard Bauer, Pfarrer

Gichtbrüchiger

Bibelstelle
Markus 2,3 u.ö.
MLO JUB R64 R84

Erklärung
Ein Mensch, der von der Gicht - ein altes Wort für Rheuma - schwer geplagt ist, nahezu bewegungslos und demzufolge wie gelähmt. Ein Gichtbrüchiger ist damit nicht in der Lage zu gehen, geschweige denn einer Arbeit nachgehen zu können.

Heutige Lutherübersetzung
"Gelähmter"

Verfasser
Gerhard Bauer, Pfarrer

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H

Hort

Bibelstelle
Psalm 19,15 u.ö.
MLO JUB R64 R84

Erklärung
Ursprünglich ein Fels oder eine Befestigungsanlage auf einem Berg bzw. Felsen, z.B. Felsenburg, Bergschloss. Also ein Ort, wo man vor den Angriffen der Feinde sicher war und wohin man sich bei Gefahr zurückziehen konnte. In der Bibel ist "Hort" ein bildlicher Ausdruck für Gottes Schutz. Heute wird Hort in der Verbindung von "Kinderhort" gebraucht.

Heutige Lutherübersetzung
"Hort"

Verfasser
Gerhard Bauer, Pfarrer

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I

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J

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K

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L

Lotterbube

Bibelstelle
Apostelgeschichte 17,18
MLO JUB R64 R84

Erklärung
Ein Schimpfwort für jemand, der nicht ernst zu nehmen ist in dem, was er von sich gibt, der keinen festen Standpunkt hat und sein Fähnlein nach dem Wind hängt. Kann auch moralisch gemeint sein im Sinne von "liederlich", ein unordentlicher Mensch, ein Lump. In der fränkischen Mundart kann ein Nagel in der Wand "lotter" (fränkisch: lodder) im Sinne von locker sein. Ein andere Wortverbindung wäre das "Lotterleben". "Lotterbett" ist ein alter Ausdruck für ein Sofa, auch die "Lotterei" war früher gebräuchlich, als anstößiges Gebahren.

Heutige Lutherübersetzung
"Schwätzer"

Verfasser
Gerhard Bauer, Pfarrer

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M

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N

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O

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P

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Q

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R

Racha

Bibelstelle
Matthäus 5,22
MLO JUB R64 R84

Erklärung
Ein altes Schimpfwort, es steht etwa für Holz- oder Dummkopf oder allgemein für jemanden, der keinen oder wenig Verstand zeigt bzw. besitzt, für einen hirnlosen Menschen.

Heutige Lutherübersetzung
"Nichtsnutz"

Verfasser
Gerhard Bauer, Pfarrer

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S

Schalksknecht

Bibelstelle
Matthäus 18,32
MLO JUB R64 R84

Erklärung
Ein böser, gewissenloser und liebloser Knecht, der aber mit einem gewissen Maß an Hinterlist oder auch Schläue ausgestattet ist und darin vorzugehen weiß. Vergleiche die Redewendung: "Der Schalk blitzt ihm aus den Augen!" Zu der Wortfamilie gehören neben dem Schalksknecht und dem Schalk (Mt 25,26 - JUB) noch die Schalkheit (Mt 22,18 - R64).

Heutige Lutherübersetzung
"Böser Knecht"

Verfasser
Gerhard Bauer, Pfarrer

Schemel / Fußschemel

Bibelstelle
Psalm 110,1 u.ö.
MLO JUB R64 R84

Erklärung
Eine kleine Bank oder niedriger Stuhl, auf dem man den Fuß absetzen bzw. hochlegen konnte beim Sitzen. In der Landwirtschaft gab es früher den "Melkschemel", einen kleinen Stuhl oder Hocker, auf den man sich beim Melken der Kühe hin-"hocken" konnte.

Heutige Lutherübersetzung
"Schemel" / "Fußschemel"

Verfasser
Gerhard Bauer, Pfarrer

Sintemal

Bibelstelle
Lukas 1,1
MLO JUB R64 R84

Erklärung
Eine zusammengesetztes Wort aus "seit", "dem" und "mal" (Konjunktion). Aus "seitdemmal" wird also in einer Art Kurzform "sintemal". "Sintemal" wird meist mit "da" oder "weil" wiedergegeben, oder auch mit "nachdem" (R64)

Heutige Lutherübersetzung
Lk 1,1 "schon"

Verfasser
Gerhard Bauer, Pfarrer

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T

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U

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V

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W

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X

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Y

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Z

Zeter schreien

Bibelstelle
Jeremia 12,6
MLO JUB R64 R84

Erklärung
Zeter über jemanden schreien bzw. Zeter schreien (JUB) bedeutet, einer bestimmten Person allerlei Schlechtes und Unglück an den Hals wünschen, verbunden mit einem starken Gefühlsausbruch. Vergleiche auch "Zeter und Mordio" - ursprünglich ein Schrei bzw. Schreien um Hilfe, heute allgemeiner verwendet.

Heutige Lutherübersetzung
"Hinter jemandem aus vollem Hals herschreien"

Verfasser
Gerhard Bauer, Pfarrer

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