Zurück zu den Wurzeln des Karnevals 

                          In der germanischen Mythologie standen Wodan und Freya ständig im 
                          Kampfe miteinander. 
                          Wodan war die Verkörperung des Winters, der alles Leben in der 
                          Natur in Fesseln schlägt und ersterben läßt. 
                          Freya (Frigga oder Frea) wurde als allernährende Mutter Erde verehrt, 
                          die auch gleichzeitig den Sommer versinnbildlichte 
                          .Beide Gottheiten wurden durch besondere Feste gefeiert. 
                          Verehrte man zur Wintersonnenwende und besonders im 
                          Hauptwinterfest, der späteren Weihenacht, den Gott Wodan, so galten 
                          die Frühlingsfeste der Göttin Freya. Und diese Feste haben im Volke 
                          so tiefe Wurzeln geschlagen, daß sie in blassen Spuren noch heute 
                          nachwirken. 
                          Und als in der Folgezeit germanische Volksstämme in das Römerreich 
                          eindrangen und römische Tempel sowohl wie christliche Kirchen 
                          zerstörten, vermochten sie es doch nicht zu verhindern, daß ihre 
                          eigenen religiösen Feste durch einzelne Gebräuche mehr oder weniger 
                          beeinflußt wurden. 
                          Und so konnte es kommen, daß die germanischen Feste, bei denen der 
                          Schiffswagen der Isis sinnbildlich in feierlichem Zuge über das Land 
                          gezogen wurde, sich mit den Resten der römischen Gebräuche zu den 
                          Sitten des christlichen Karnevals herausbildete. 
                          Im Fastnachtswesen sehen wir Nachklänge von der germanische Sage 
                          der „wilden Jagd „, bloß rückte an die Stelle der heeranführenden Göttin 
                          Freya in Mitteldeutschland die Frau Holda oder auch Frau Berchta. 
                          Feierlich zieht sie in Blau gekleidet, den Kopf mit einer weißen Haube 
                          bedeckt, auf ihrem Wagen daher, Frieden und Fruchtbarkeit den 
                          Gegenden spendend, in denen sie erscheint. Ihr Fest wurde seit Alters 
                          her mit Brei und Knödeln und Fischen, besonders Heringen gefeiert, 
                          und sie pflegte furchtbar zu strafen, wenn Fisch und Knödel fehlten. 
                          Für die Menschen war diese Zeit, eine zeit der großen Opfer, durch 
                          die man die unheimlichen Geister, die umgingen, zu beschwichtigen 
                          suchte. Allerorts fanden Schmaus und Gelage statt, an denen nach 
                          heidnischer Vorstellung die Geister selbst teilnahmen, daher auch die 
                          Sitte ein eigenes Gedeck für dieselben zu richten. Vor allem 
                          vermummte man sich mit Schemen und Masken, um sich vor den 
                          umgehenden Dämonen zu verbergen. 
                          Durch die Vermummung wollte man sich aber nicht nur gegen die 
                          Dämonen selber schützen, man wollte sie sogar verjagen, indem man 
                          den Masken ein möglichst grauenhaftes Äußere gab. 

zurück: