1. Vorwort & Checkliste
Hier geht es vorwiegend um nicht-technische Ausrüstung, wie Bekleidung, Schuhe, Trinkwasser und was man sonst noch auf größeren (Mountain-) Bike Touren dabei haben sollte. Auch ein paar Argumente für ein ausreichendes Training sollen nicht fehlen.
Doch hier zunächst der Vorschlag für eine Checkliste zur Planung mehrtägiger Touren, wie z. B. eine Alpenüberquerung, nur mit Bike und Rucksack. Eine Checkliste (zum öffnen auf das Symbol klicken) ist unverzichtbar, denn man muss sich gut überlegen, was man alles wirklich dabei haben muss. Der Rucksack ist schneller voll, als man denkt. Zum anderen fehlen unterwegs ausgerechnet dann irgend welche Kleinigkeiten, wenn weit und breit kein Laden in Sicht ist. Im Folgenden werden als Entscheidunghilfe die Vor- und Nachteile diverser Ausrüstungen diskutiert:
2. Bike-Bekleidung
Für jeden, der etwas sportlicher mit dem Rad unterwegs ist, ist es keine Frage, dass es ohne geeignete Bekleidung nicht geht. Wie heißt es in der Werbung: Das Wetter ist nicht dein Gegner, sondern deine Herausforderung. Anders: Es gibt kein schlechtes Wetter, aber schlechte (Bike-) Bekleidung!
Radlhose
Die Radlhose ist sicherlich die bekannteste Spezial-Bekleidung für Radfahrer. Wer nur ein wenig leistungsbewußt fährt, der kommt an ihr nicht vorbei. Ohne die richtige Radhose können Touren zur Qual werden. Wichtig ist der falten- und scheuerstellenfreie Sitz.
Regenschutz
Regen ist ein Horrorszenario für Biker, denn ungeeignete Regenkleidung kann das sichere Aus einer (mehrtägigen) Biketour bedeuten! Wer von einem Regenschauer durchnässt wird, der kühlt sehr stark aus und ist spätestens am übernächsten Tag reif fürs Krankenbett. Zu mindestens ist man so geschwächt, dass das Radfahren aus gesundheitlicher Sicht nicht zu empfehlen ist. Der Handel bietet regenfeste Kleidung in vielen Preisklassen an. Aber das Geizen lohnt sich nicht! Die Erfahrung zeigt, das leider nur die teuren Marken einen Biker halbwegs trocken halten und dabei ausreichend dünn (leicht) sind um in den Rucksack zu passen. Billige Regenkleidung ist entweder sperrig zu packen, undicht oder nicht ausreichend luftdurchlässig, so dass man in seinem eigenen Schweiß "ertrinkt". Bei der Tourenvorbereitung darf man auch keinesfalls den Regenschutz für die Füße vergessen. Entweder sollte die Regenhose ausfalltbare Überzieher für die Schuhe besitzen, oder man sollte zusätzlich wasserfeste Gamaschen dabei haben. Des Weiteren empfehlen sich regendichte Überzieher für Helm und Rucksack.
Wind- und Kälteschutz
Für lange Downhills sollte man auch bei sonst sommerlichen Temperaturen unbedingt winddichte Kleidung und Fingerhandschuhe dabei haben und sich rechtzeitig umziehen. Der Fahrtwind kühlt extrem stark aus (-> Chill Effect). Hinzu kommt, dass man zuvor meist "gut" geschwitzt hat.
Arm- und Beinlinge sind nicht nur als Windschutz ideal. Beinlinge kann man im Gegensatz zu einer langen Bikehose bei Bedarf überall schnell an- und ausziehen. Beinlinge können aber ganz schön nerven, wenn sie keinen festen Halt auf den Oberschenkeln finden und einem ständig in die Kniekehlen rutschen. Also vorher gut ausprobieren!
Für die kühle Jahreszeit empfiehlt sich mehrlagige Kleidung. So kann man sich flexibel anpassen und sich optimal vor Schwitzen oder Auskühlung schützen.
Sonnenschutz
Die schönsten Bike-Touren im Gebirge (Transalp), oder wie zum Beispiel auf Teneriffa befinden sich (meistens) oberhalb der Wolken. Die Sonne scheint hier nicht nur ständig, sondern auch gnadenlos. Sonnencreme alleine reicht nicht aus! Wer zuvor wenig Kontakt mit dem Sonnenlicht hatte, für den empfiehlt es sich während der ersten Urlaubstage mit langer Bikehose (oder Beinlingen), einem langärmeligen Bikeshirt und Handschuhen zu fahren. Dies ist zwar gelegentlich zu warm - aber ein Sonnenbrand kann das Ende einer Tour oder eines erholsamen Urlaubs bedeuten!
3. Handschuhe
Fingerlose Handschuhe sind wohl ein fauler Kompromiss. Entweder sollte man sich lieber gleich gute Griffe ans Bike montieren oder Fingerhandschuhe verwenden um im Fall eines Sturzes auch die Finger ausreichend zu schützen. Winterhandschuhe müssen sorgfälltig ausgewählt werden. Sie sollten über eine gute Isolierung verfügen, einen guten Grip haben, nicht zum Schwitzen führen und dürfen nicht die Bedienung der Schaltung erschweren.
4. Helm
Ein bequemer und vor allen Dingen sicher sitzender Helm ist bei Offroad Touren unverzichtbar. Das Tragen eines Helms sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Generell sollte aber jeder für sich selbst entscheiden ob er einen Helm tragen will oder nicht. Eine Helmpflicht würde (wie bereits in anderen Ländern nachgewiesen) nur die Akzeptanz des Radfahrens verringern.
Discounter bieten Radhelme für 9,99 € an. So ein Helm ist ohne Zweifel besser als keiner. Man könnte sich zwar 10 dieser Billighelme anstatt eines Markenhelms leisten, was aber schon allein aus Gründen des Umweltschutzes keine gute Idee ist. Markenhelme sind zweifellos besser. Man bekommt für sie Ersatzteile. Man kann so zum Beispiel verschwitzte Polsterungen regelmäßig austauschen. Einen Helm sollte man im Laden ausprobieren, denn nur so wird man den für seine Ansprüche passenden und bequemen Helm finden. Wichtig ist, dass der Helm an die Kopfform angepasst werden kann, eine gute Durchlüftung bietet und der Verschlußmechanismus ohne Fummelei funktioniert.
Während des Tragens sollte das Kinnband so fest sitzen, dass sich der Helm im Fall des Falles nicht seitlich wegschieben kann. Für Fahrten im Regen empfiehlt sich ein Überzug für den Helm. Im Winter sollte eine Sturmhaube oder zumindestens ein Stirnband unter den Helm passen. Für Vielfahrer lohnt sich ein Winterhelm. Gegebenfalls kann man auch einen Skihelm verwenden, sofern man darunter nicht zu sehr schwitzt ...
Ein nur selten diskutierter Aspekt ist der vom Radlhelm erzeugte Lärm. Hier ist nicht der Lärm nicht im Sinne des Umweltschutzes gemeint, sondern der Lärm fü den Helmträger selbst. Die Ursache ist der Fahrtwind, welcher besonders bei Helmen mit guter Lüftung stark rauscht. Man bemerkt es nicht sofort, aber wer sich nach längeren Touren über Ohrensausen wundert, der sollte sich den Helm kritisch ansehen. Man könnte Ohrenstöpsel verwenden, aber die werden oft herausfallen. Wenn sich Lärm nicht vermeiden lässt, dann sollte er wenigstens angenehm sein. Eine gute Alternative sind deshalb weiche In-Ohr-Hörer mit beruhigender Musik aus einem MP3-Player. Entgegen einem Irrglauben ist dies im öffentlichen Straßenverkehr erlaubt. Man muss lediglich in der Lage sein, das Warnsignal von Polizei- und Rettungsfahrzeugen hören zu können. Motorradfahrer hören unter ihren Vollhelmen auch nicht mehr.
Helmkamera
Es gibt inzwischen viele "Outdoor Cameras", die auf oder an den Helm montierbar sind. In Angesicht eines Bikers mit einer auf den Helm montierter Kamera muss man zwangsläufig an die blöden Teletubis (aus der Kleinkinder Fernsehserie) denken. Das Bild zeigt die diskrete Lösung des Autors. Die Fingergroße dnt Action Camera passt genau in einen Lüftungsschlitz des Helms ohne dabei auf den Kopf zu drücken. Für die Befestigung reicht ein einfacher Gummiring. Das zur Kamera gehörende Aufnahmeteil (mit Bildschirm) passt in eine Shirt Tasche, an den Bund der Bikehose oder oben in den Rucksack. Eine 8 GByte SD Karte reicht je nach Auflösung für 5 bis 20 Stunden. Mit (zum Beispiel) dem kostenlosen Programm "Free Video Flash Converter" kann man die interessanten Szenen heraus schneiden und in das YouTube Format umwandeln. Hier ein Beispiel: Tieflieger Feeling.
5. Sonnenbrille
Eine Sonnenbrille hat zwei wichtige Funktionen zu erfüllen, das ist neben der primären Funktion als Lichtschutz auch der Schutz gegen Staub und Insekten. Eigentlich benötigt man zwei Brillen, eine "richtige" Sonnenbrille mit relativ stark getönten Gläsern und eine zweite mit eher klaren Gläsern für die Dämmerung, wenn besonders viele Insekten unterwegs sind. Wer von Haus aus Brillenträger ist, braucht sich um letzteres keine Gedanken machen.
Unbedingt empfehlenswert ist ein Brillenband, so dass man sich die Brille bei Nichtgebrauch einfach um den Hals hängen lassen kann. Man vermeidet so auch das Risiko des Verlierens.
Gelegentlich wünscht man sich auch einen Mundschutz gegen Insekten. Wer noch nie eine Fliege verschluckt hat, der fährt nicht wirklich mit dem Rad. Ein Horror, wenn man eine Wespe beim tiefen Einatmen erwischt ...
6. Pedale und Schuhe
Plattform-, Klickpedale oder Bärentatzen?
Meine Erfahrung ist, dass es nur sehr wenige universell verwendbare und praxisgerechte Pedale gibt. Entweder bieten sie bei Feuchtigkeit keinen Halt (rutschiger Kunststoff), haben schlechte Lager (knackende Kugellager*1)) oder sind unverhältnismäßig teuer. Bärentatzen und Plattformpedale mit Spikes sind auf Schiebestrecken tückisch, da man sich damit das Schienenbein blutig stoßen kann. Man liest hierzu sogar die Empfehlung, das entsprechende Pedal bei langen Schiebestrecken abzumontieren - aber wer nimmt sich schon so viel Zeit für die Schrauberei?
*1) Knackgeräusche werden häufig auch vom Innenlager (Kurbel) erzeugt. Häufig ist die Innenlager-Kartusche gar nicht defekt, sondern nur schlecht montiert oder ein Opfer von Schutz zwischen Kartusche und Rahmen. Wenn sich das Lager bei abgenommener Kette lautlos drehen läst: Ausbauen (Spezialwerkzeug ist notwendig), alles gut reinigen und mit viel Fett wieder in den Rahmen einschrauben.
Klickpedale sind m. E. beim Offroad Biken total fehl am Platz! Die verbesserte Ergonomie steht in keinem vernünftigen Verhältnis zum Verletzungsrisiko. Ein unfreiwilliger Abstieg von Bike passiert immer unplanmäßig und lässt nie Zeit zum Ausklicken. Das führt fast immer zu einem Sturz mit schweren Verletzungen! Der Autor vergisst nie die Situation, als auf einem Singletrail ein Biker entgegen kam so dass wir beide Absteigen mussten. Er wäre wegen seiner Klickis beinahe den Abgrund hinunter gestürzt.
Schuhe
Im Handel werden spezielle Schuhe für Mountainbiker angeboten. Wer auf Klickpedale schwört oder es sich leisten kann für jeden Fall die passenden Schuhe dabei zu haben, der braucht eventuell so etwas. Der Autor bevorzugt auf Offroad Touren bequeme Trekking Laufschuhe. Man hat hierzu auch die viel größere Auswahl. Die grobe, aber weichere Sohle steht relativ rutschfest auf den Plattformpedalen und bietet auf Schiebe- oder Tragestrecken mit glattem Untergrund einen besseren Halt.
Für Regen oder Winterkälte bewähren sich entsprechende Gamaschen, die man sich einfach über die Schuhe zieht. Sie sind aber ungeeignet im Gelände wenn man das Bike schieben muss. Auch können sie dazu führen, dass man erst recht nasse Füße bekommt weil die Füße schwitzen. Sie müssen deshalb einfach an- und ausziehbar sein. Nicht zu vergessen eine ist dichte Plastiktüte um die verdreckten Gamaschen wieder in den Rucksack stecken zu können.
7. Werkzeug, Erste Hilfe Set und Gepäck
Was sollte man dabei haben?
Bei Offroad Touren ist man stundenlang abseits der Zivilisation und somit auf sich alleine angewiesen. Nicht nur für Notfälle habe ich die folgende Ausrüstung dabei:
- Erste Hilfe Set mit zusätzlichen Einmal-Handschuhen und Reinigungstüchern, die auch bei Pannen nützlich sein können,
- Handy mit gespeicherten lokalen (!) Notfallnummern, der Akku muss unbedingt zuverlässig sein. Deswegen sollte man das Handy nur bei Bedarf einschalten! Ein Smart Phone mit GPS Empfänger, das man wohl möglich gleichzeitig zur Navigation verwendet, ist dazu nur bedingt geeignet. Es sei denn, man hat als "eiserne Reserve" einen Ersatzakku (ab 15 €) dabei ...
- Schweizer Taschenmesser, es ist auch nützlich für die Brotzeit unterwegs...
- Universal-Werkzeug mit Kettennieter und den wichtigsten Schlüsselgrößen des Bikes,
- kompakte Luftpumpe, Reifenmontier-Werkzeuge, einen Ersatzschlauch (hier zu einem Bericht der zeigt, warum man das alles dabei haben sollte - aber wer noch nie einen platten Reifen hatte, der fährt nicht wirklich mit dem Bike), Flickzeug, damit man (z. B. Abends in der Unterkunft) einen defekten Schlauch reparieren kann, denn eine Panne kommt selten allein,
- bei langen Touren: Ersatzspeichen, jeweils für Vorder- und Hinterrad mit Ersatznippel, Tipp: man kann sie in eine Plastiktüte einwickeln und in der Sattelstütze verstauen (z.B. mit einem Korken sichern),
- eine kleine Taschenlampe als Hilfsscheinwerfer (siehe mein Tunnelerlebnis), bzw. als Notlicht, wenn man das Ziel vor Eintritt der Dämmerung nicht erreicht. Noch besser ist es, wenn man gleich einen Power-LED Scheinwerfer dabei hat.
- wasserdichte Kunststoffbeutel für Dokumente und Karten, hierzu bewähren sich die Klarsichtbeutel, wie sie z. B. für den Kleinkram bei Kontrollen vor Flugreisen angeboten werden.
Packen
Wenn man in einer Gruppe fährt, dann kann man vieles davon auf mehrere Rucksäcke verteilen. Also vorher absprechen! Einiges davon sollte im Notfall schnell griffbereit sein. Ein Rucksack muss deshalb möglichst viele Fächer haben, die systematisch gefüllt werden. Zu empfehlen ist auch eine kleine Tasche am Bike oder eine Satteltasche für Erste Hilfe und Werkzeug. Ein Rucksack kann schnell zu schwer und somit sehr unbequem werden. Man sollte bei langen Touren, wie z.B. bei einer Transalp nicht am Rucksack sparen! Hier die Erfahrungen des Autors: Gepäck und Rucksack während des Alpencross 2007.
Warnung: Ein schwerer nicht richtig angeschnallter Rucksack kann beim Bremsen nach vorne rutschen und den Helm über die Augen schieben. Was dann passiert, kann man sich leicht ausmalen ...
Gepäckträger
Ein Gepäckträger entlastet den Rucksack! Dieser widerspricht zwar der Philosophie des Mountainbikens. Aber es geht hier um stundenlange Offroad-Touren! Der Autor hat mit einem Mountainbike Gepäckträger gute Erfahrungen gemacht (siehe Beispiel während einer 75 km Tour auf Teneriffa 2003). Er muss so an der Sattelstütze montierbar sein, dass sich der Sattel ohne Werkzeug tiefer stellen lässt und die Schelle nicht an den Oberschenkeln scheuert. Sehr wichtig ist, dass man bei Downhills das Gesäß weit genug nach hinten schieben kann, ohne dass Gepäckstücke oder der Gepäckträger selbst im Weg sind.
8. Trinkwasser und Flaschenhalter
Für lange Touren bei hohen Temperaturen, wie zum Beispiel auf Teneriffa die Barranco del Rio Tour oder die Teide-Umrundung, sollte man mindestens drei Liter Wasser dabei haben. Das Trinkwasser muss frisch und die Trinkflasche absolut sauber sein. Im Rucksack integrierte Wasserblasen oder die schönen bunten und meist zu kleinen Trinkflaschen sind unter diesen Bedingungen aus hygenischer Sicht eher als kritisch zu bewerten. Im Urlaub ist das sorgfältige Reinigen einfach nicht machbar. Ausserdem kann man es sich leisten, für eine Trinkpause öfters einmal kurz anzuhalten. ... denn wir sind im Urlaub und nicht auf der Flucht.![]()
9. Klingel
Es gibt leider sehr viele Kameraden, die sich ein mehrere tausend € teures Bike, aber keine Glocke für 3 € leisten können. Es ist doch wohl zweifellos grob fahrlässig, wenn man als Radfahrer Wanderer oder langsamere Radfahrer ohne Warnzeichen überholt! Man weiß nie, ob die eventuell im letzten Moment einen Schlenker machen. Dummerweise bricht man sich auch seine eigenen Knochen dabei. Wer dieses Teil noch nicht angeschraubt hat, sollte einmal ernsthaft darüber Nachdenken! Hier ein paar Infos zur Rechtslage. In einigen Gebieten gehört eine Klingel sogar zur Pflichtausrüstung um die Wege benutzen zu dürfen (z.B. im Val d' Uina, siehe Bild).
10. Schlammschutz
Hier noch ein Tipp, der eher für das Biken unter deutschen Wetterverhältnissen gedacht ist. Wer kennt es nicht? Das Bikeshirt und der Rucksack sind gerade frisch gewaschen und schon fliegt der Schlamm wieder bis in den Kragen. Es gibt zwar Leute, die dem Glauben anhängen, dass man als Mountainbiker so etwas fatalistisch hinnehmen muss. Der Autor gehört jedenfalls nicht dazu! Manchmal läßt es sich trotzdem nicht verhindern ... Hier der Bericht von der Esperanza Tour auf Teneriffa 2008, bei der es gnadenlos "gesaut" hatte.
Nun gibt es im Zubehörhandel tolle Schutzbleche (Dirt Boards) für Mountainbikes, aber ich frage mich, ob die Designer dieser Teile schon jemals selbst damit gefahren sind? Der Schlamm hat auf jeden Fall andere Flugbahnen, als es sich die Designer vorgestellt haben. Eigentlich könnte man sich das Geld dafür sparen.
Im Foto ist der seit Jahren (bewährte) Versuch für eine Lösung dieses Problems zu sehen.
- Ein abgesägtes Schutzblech (rechts) ist mit Kabelbindern fest an die Hinterradaufhängung montiert, (was bei Fullys mit Viergelenker-Radaufhängung nicht ganz einfach ist).
- Der standardmäßig viel zu kurze Schmutzabweiser wurde mit einer halbierten Einwegflasche verlängert (im Bild links zu sehen).
.. eine billige, aber hoch effektive Lösung. ![]()
Gegen nasse Füße auf Grund des vom Vorderrad hochspritzenden Wassers helfen wohl nur Gamaschen ...
11. Training
Bike Touren und ein Bike Urlaub sollen primär der Erholung dienen. Wenn man sonst nur am Schreibtisch sitzt und ausschließlich das Auto benutzt, dann sollte man sich ohne entsprechendes Training nicht zuviel zumuten. Es geht hier nicht nur um Muskelkater und wundes Sitzfleisch, sondern auch um das erhöhte Unfallrisiko. Eine Bewertung des Trainingszustandes beinhaltet deshalb nicht nur die körperliche Fitness, sondern auch die Beherrschung der Offroad Fahrtechnik. Ein wichtiges Sicherheitselement ist, dass man lernt seine Grenzen zu erkennen und so kein unnötiges Risiko eingeht. Fehlende Ausdauer führt oft zu erhöhter Risikobereitschaft.
Ich darf mir die teilweise extremen Bike-Touren auf Teneriffa oder eine Alpenüberquerung auf Grund meines Trainings*3) zutrauen. Wenn meine Erfahrung mir sagt, dass ich an der Grenze meiner Fahrtechnik bin, dann wird abgestiegen und das Bike geschoben. Trotzdem passieren auch mir Stürze, meistens auf Grund von Unaufmerksamkeiten (hier ein Beispiel).
Für das Ausdauertraining reicht ein einfaches Bike. Ausdauer kann man überall trainieren. Aber wer in einer eher flachen Gegend zu Hause ist, der hat leider kaum Gelegenheit auf Strecken zu trainieren, für die ein Mountainbike wirklich konstruiert ist.
Auch wenn es die Werbung gerne anders behauptet: Überteuerte Drinks und Kraftriegel sind kein Ersatz für fehlendes Training und gesunde Ernährung! Über die Folgen und Nebenwirkungen von diesem Zeug möchte ich hier lieber nicht schreiben. Es würgt mich schon alleine bei dem Gedanken!
*3) Das tägliche "Training" des Autors: Immer wenn es
das Wetter erlaubt, dann mit dem Mountainbike (oder Liegerad) ins Büro fahren. Die morgentliche Tour beginnt mit einem echten Trail über 50 Höhenmeter. Oben rast dann der Puls. Abends geht es auf diesem Trail wieder hinunter, wobei gefühlvolle Bremstechnik gefragt ist, um nicht über den Lenker abzusteigen. Der Rest der Strecke ist ein Mix aus Straßen und Forstwegen. Täglich kommen so etwa drei Stunden Fahrzeit zusammen, wobei der Bike Computer täglich etwa 500 Höhenmeter dazu addiert. Im Jahr kommen so zwischen 5000 bis 10 000 km zusammen. Die abendliche Tour baut ganz nebenbei den Arbeitsstreß ab, was eigentlich ja das Wichtigste ist.![]()
Fahrtechnik
Fahrtechnik kann man wohl nur in der Praxis üben. Es gibt hier zu eine Menge von Tipps im Internet und in der Fachpresse. Das Foto rechts stammt aus dem Buch NO WAY - Bike Trial Tricks für alle Mountainbiker (Verlag: Delius Klasing, ISBN 3-7688-0792-4). Ob man als Touren-Biker alle hierin beschriebenen Fahrtricks wirklich beherrschen muss, wage ich zu bezweifeln. Aber das Üben im (sicheren Gelände) kann niemals schaden, denn es trägt sehr viel zur Fahrsicherheit bei. Wenn man hierdurch nur einen Sturz verhindern konnte, hat es sich schon gelohnt!
Viel Fun ist garantiert, wenn man zum Beispiel an einem Fahrtechnik Event auf La Palma teilnimmt. Damit kann man auch sehr gut die "Bike Saison" verlängern.
12. Fazit
- Eine erfolgreiche Biketour und ein erholsamer Bike-Urlaub beginnt mit der Vorbereitung daheim: Checkliste schreiben, Trainieren, das Bike checken, Verschleißteile erneuern, die Ausrüstung testen und optimieren, usw..
- Man sollte sich gut überlegen, was man alles an Verpflegung, Ersatzkleidung, Werkzeug usw. mitnehmen will, denn der Rucksack ist nur begrenzt aufnahmefähig und wird unbequem schwer.
