Epinette Epinette Bordunzithern Epinette

Einleitung

Die Bordunzither ist eine Zither mit einer oder mehreren Bordunsaiten (Begleitsaiten).

Eine Zither besteht aus einem Schallkörper und Saiten, die über die ganze Länge des Schallkörpers gespannt sind.

zither
Zither

Der Schallkörper kann aus einem Brett oder einem offenen oder geschlossenen Kasten bestehen. Der Kasten kann aus Holz oder Bambus gefertigt sein. Die Saiten werden aus Eisen- oder Bronzedraht, Darm, Nylon, Leinen oder Seide gefertigt.

Der Ton wird erzeugt, indem die Saiten mit den Fingern gezupft, mit einer Gänsefeder oder einem Plektrum aus Horn, Metall, Plastik oder Bambus angerissen, mit einem Bogen gestrichen oder mit einem Stab geschlagen werden.

Es gibt Zithern ohne und mit Bünden (Bundzither). Die Bünde können aus Metalldraht, Holz oder anderen Materialien gefertigt sein. Manchmal sind die Bünde direkt auf dem Schallkörper befestigt, andere Instrumente haben ein Griffbrett (Griffbrettzither) auf dem Schallkörper angebracht; auf diesem Griffbrett befinden sich dann die Bünde.

Die hier vorgestellten Zithern lassen in der Regel nur das Spiel in einer Tonart zu (diatonische Zither). Zusätzliche Bünde, eine zweite Melodiesaite oder verschiebbare Stege erweitern die Möglichkeiten (chromatische Zither).

Man spielt eine Melodie, indem man entweder nacheinander verschiedene Saiten anspielt oder die Melodiesaiten an ihrem linken Ende mit den Fingern, einem Holzstab, einem Glasröhrchen oder mit Hilfe einer Tastaturmechanik verkürzt.

Manche Zithern ermöglichen ein Akkordspiel. Andere haben Bordunsaiten (Bordunzither). Diese unterlegen die Melodie mit einem immer gleich klingenden Bordunton. Bei manchen Instrumenten kann man beides anwenden.

Als Vorläufer der europäischen Bordunzithern vermutet man verschiedene Saiteninstrumente.

In einer Handschrift aus St. Gallen von ca. 883 wird König David mit einem 3-saitigen Instrument dargestellt. Dieses erinnert in seiner Form an die späteren Griffbrettzithern . Die rechte Hand hält möglicherweise einen Stimmschlüssel.

David
Miniatur von ca. 883
im Psalterium aureum

Das Psalterium, eine griffbrettlose Rahmenzither, wurde manchmal auf den Oberschenkeln liegend und mit einem Plektrum gespielt.

Psalterium
Glasfenster um 1420
Lübeck

  

Psalterium
Malerei von 1450
Flandern

Das Monochord mit einer Saite oder mehreren gleichklingenden Saiten wurde als Musikinstrument, als Tongeber für den Gesang oder als Theorie-Instrument genutzt.

Monochord
Miniatur um 1045
im Werdener Psalter
   Monochord
Miniatur um 1130-Canterbury
   Monochord
Miniatur aus dem 12.Jh
im Cod.51-Wien
   Monochord
Miniatur aus dem 13.Jh.
in Clm 2599-München
   Monochord
Aventinus: Schema monochordi, 1516

Literaturverzeichnis

Tobias Norlind: Geschichte der Zither.
(Systematik der Saiteninstrumente, Bd. 1, Musikhistorisches Museum, Stockholm, 1936.)

Hortense Panum:The Stringed Instruments Of The Middle Ages.
Their Evolution And Development; London, 1941.

John Henry van der Meer: Zither.
(in: Die Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG), Bd. 14, 1968, Spalten 1337-1370.)

Stefan Hirsch und Katharina Hirsch-Wernet: Zitherformen im frühen und hohen Mittelalter.
(in: Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde 1986/87. Seiten 141-186.)

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Schlagbordun

Der Schlagbordun ist eine Kastenzither. Er wird über die Schulter gelegt und von der linken Hand gehalten. Größere Instrumente werden auf einem Fuß abgelegt. Die Saiten des Schlagbordun werden mit einem Schlegel angeschlagen. Das erzeugt eine rhythmische Bordunbegleitung. Eine Melodie wird damit nicht gespielt.

Der Schlagbordun ist unter vielen Namen bekannt: Saitentambourin, Slaghumle (Dänemark), Tambour à cordes (Frankreich), Gardon (Ungarn), Choron, Slaglira (Schweden).

Manchmal wird der Schlagbordun mit einem Band umgebunden und zusammen mit der Einhandflöte gespielt: TTUN-TTUN (Baskenland), Chicotén (Portugal), Buttafuoco (Italien).

       Schlagbordun
Malerei aus dem Jahre 1377
im Gewölbe der Kapelle der
Kathedrale von Le Mans.
       Schlagbordun
Wandmalerei aus dem
Jahre 1380 im
Ehinger Hof in Ulm.
       Schlagbordun
Hochaltar von ca. 1410
in der Brüdernkirche St. Ulrici
in Braunschweig.
       Schlagbordun
Malerei aus dem Jahre 1490
in der Kirche Santa Maria
sopra Minerva in Rom.

Noten, Texte und Spielanleitungen

Max Ernst: Der grüne Hof in Ulm.
(1932.)

Violet Alford: Some notes on the Pyrenean Stringed Drum.
(ca. 1934.)

Musik auf Tonträgern

Harpens Kraft: Silke.
In der alten Højby Kirkes spielten Herluf Donslund (Nøgleharpe, violin, hardingfele), Keld Nørgaard ( Sækkepiber, guitar violin, klaver,
humle, lerkrukke, mundspil, keyboard), Else Madsen (Harmonika, kirkeorgel, bjælder), Poul Lendal (Lire, skovtromme, guitar, mundspil, kantele, slagtøj) und Ole Stripp (Bas, slaghumle) diese CD ein. (GO Danish Folk Music Prod. 2001).

Hedningarna.
Björn Tollin (Tamburin, Slaglira, Moraharpa), Anders Stake ( Fiol, Hardingfela, Svensk säckpipa, u.a.), Hallbus Totte Mattsson (Latluta, Barockgitarr, Lira). (alice, 1989).

Muzsikás és Sebestyén Márta: Szép, hajnali csillag.
Márta Sebestyen (voice), Sándor Csoóri (violin), Péter Eri (viola, violin), Dániel Hamar (double bass, gardon, cimbalom), Mihály Sipos (violin), Antal Rácz (
citera) u.a. (Muzsikás 1997/2000).

Seiten im Internet

Legerne  (Auf den Bildern dieser dänischen Musikgruppe ist eine Slaghumle zu sehen.)

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Scheitholt

Das Scheitholt (Scheidtholtt, Scheitholz) ist eine Bundzither mit 3 oder 4 gleichgestimmten Saiten.

... in Dänemark

      

Langeleik
Kalkmalerei von 1565
in der Rynkeby Kirke

      

In der Rynkeby Kirke auf der Insel Fyn ist ein Engel mit einem Scheitholt abgebildet. Diese Kalkmalerei stammt aus dem Jahre 1565.

      

... in den Niederlanden

Ein Scheitholt aus dem Jahre 1608 befindet sich im Gemeentemuseum in Den Haag. Dieses Instrument hat eine Länge von 84,1 cm und ist aus einem Block geschnitten. Der Boden ist offen. Es hat 1 Melodie- und 2 Bordunsaiten über 18 Bünden.

... in Belgien

Ein fast baugleiches Scheitholt mit 2 Melodie- und 2 Bordunsaiten hat die Inschrift: Petrus Haerhout gent 1886.

... in Deutschland

1620 wird ein Scheitholt von Michael Praetorius beschrieben und abgebildet:

scheitholt

Obwol dieses Instrument billich unter die Lumpeninstrumenta referiret werden solte, so habe ich doch dasselbe, weil es wenigen bekant, in etwas allhier delinieren wollen. Und ist ein Scheit oder Stückeholz nicht so gar sehr ungleich, denn es [ist] fast wie ein klein Monochordum von drey oder vier dünnen Bretterlein gar schlecht zusammengefügt, oben mit ein kleinen Kragen, darinnen drey oder vier Wirbel stecken mit 3. oder 4. Messingsäiten bezogen. Darunter drey in unisono uffgezogen, die eine aber unter denselben in der Mitten mit ein Häklein, also, daß sie um eine Quint höher resoniren muß nieder gezwungen wird. Und so man wil, kan die vierdte Säite umb eine Oktav höher hinzugethan werden. Es wird aber über alle diese Säiten unten am Stäige mit dem rechten Daumen allezeit überher geschrumpet. Und mit ein kleinen glatten Stöcklin in der lincken Hand uff der fördersten Säiten hin und wieder gezogen, dadurch die Melodey des Gesanges über die Bünde, so von Messingen Draht eingeschlagen sind, zuwege gebracht wird.

 

scheitholt
Scheitholt nach Praetorius - von Christophe Toussaint gebaut

Noten, Texte und Spielanleitungen

Michael Praetorius: Syntagma musicum, Bd. II, Theatrum Instrumentorum.
Tafel XXI: 8. Scheidtholtt. Wolfenbüttel 1620.

Mette Müller: Der himmlische Lobgesang in Rynkeby.
(In: Studia instrumentorum musicae popularis IV, Hrsg. Erich Stockmann. Musikhistoriska museet Stockholm 1976. Seiten 70-73.)

Winfried Goerge: Das Scheitholt. Beschreibung und Bauanleitung eines einfachen Musikinstrumentes nach Michael Praetorius.
Instrumentenbau Report 25, 1998; Seiten 8-20. (Mit Bauplan; Spielanleitung von Nancy Thym-Hochrein.)

Musik auf Tonträgern

Ioculatores: Lieder und Tänze des 13. bis 15. Jahrhunderts.
Susanne Ansorg (Fidel, Flöten), Sabine Handschuh (Harfe, Psalterium, Flöten), Alexander Dinter (Laute, Scheitholz, Flöten), Veit Heller (Zink, Portative, Trumscheit, Krummhorn, Gesang), Kay Krause (Ûd, Laute, Fidel, Gesang), Michael Metzler (Req, Tar, Glockenspiel), Sebastian Pank (Schalmei, Flöten, Krummhorn, Gesang), Robert Weinkauf (Gesang, Trommeln), Yves Hermann (Gesang). (Raumklang 1993).

Seiten im Internet

Scheitholt  (Michael Mayer beschreibt das Scheitholt und gibt ein Klangbeispiel.)

Roots of the Appalachian Dulcimer  (...von Keith Young. Enthält eine Abbildung des Scheitholt aus dem Jahre 1608 unter "figure 1".)

Scheitholt und frühe Formen der Kratzzither  (...im Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig.)

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Hummel

Die Hummel (Hommel, Humle, Hümmelke, Noordsche Balk, Vlier...) ist eine Griffbrettzither mit mehreren Bordunsaiten. Sie ist im nordeuropäischen Kulturraum verbreitet. Hummeln verschiedenster Bauart aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert befinden sich in Museen und in Privatbesitz.

Hummelspieler
Hummelspieler

... in Schleswig-Holstein

Von der Hallig Langeneß stammt eine Hummel aus dem Jahre 1758.

Hummel
Hummel aus Langeneß

Johann Georg Kohl lernte eine Hommel auf der Insel Föhr kennen und berichtet darüber im Jahre 1846:

[…] Sie besaß auch noch ein altes musikalisches Instrument, eine Art antik geformter Cither, die sie vor sich auf den Tisch stellte, um mir ein altes Stück darauf vorzuspielen. Sie nannte diese Cither eine "Hommel" und sagte, es gäbe nur noch wenige "Hommeln" auf der Insel, die aber wohl alle, ebenso wie die ihrige, aus Holland hierher gekommen wären.
Diese Hommel hatte bloß messingene Saiten, von denen einige parallel neben einander gespannt waren, die anderen aber in divergirenden Strahlen sich auf dem Instrumente verbreiteten.
Die ersten griff sie mit dem Finger und riß sie mit einer Federspule. Am Schlusse jedes Satzes aber fuhr sie mit der Federspule über die divergirenden Saiten hin, die gleichsam nur mittönten oder nachhallten und eine Art Echo des Spiels zu bilden schienen.
Ehemals, sagte mir meine alte Freundin, wären solche Hommeln häufiger gewesen, und man hätte wohl nach ihrer Musik getanzt, während man jetzt immer Trompeten und Violinen dazu haben wolle. Die meisten Leute aber hätten die Hommel im Hause gehabt, um darauf den "Sonntagnachmittagspsalm", der sonst in jeder Familie gesungen worden sei, zu accompagnieren.[…]

Andreas L. J. Michelsen berichtet im Jahre 1876 von der Insel Föhr:

Der alte Kapitän Ketelsen in dem Dorfe Borchsum[Borgsum], […] erzählte uns […], wie seine Mutter abends die Hummel auf ein Tischchen, vor dem sie saß, gelegt und den Kindern zum Tanze aufgespielt habe.

Zwei Hummeln aus Sylt sind noch erhalten.

Hummel
Hummel aus Sylt

      

Hummel
Hummel aus Sylt

Über die Hummel schreibt Gadso Weiland im Jahre 1901:

Ein Musikinstrument, welches noch am Anfang des 19. Jahrhunderts an vielen Orten Schleswig-Holsteins in Gebrauch war, hieß die Hummel. Wie die Abbildung zeigt, ist sie in der Form ein Mittelding zwischen Harfe und Zither, und wurde auch ähnlich wie diese gehandhabt. Die Hummel hatte Metallsaiten, von denen aber nur einige parallel auf einem schmalen Griffbrett, die andern nach dem unteren Ende zu fächerförmig auseinander liefen. Diese letzteren bewirkten ein gewisses Echo im Spiel, indem der Spielende mit einer Federspule darüber hinfuhr, so daß dieselben gleichsam nachhallten. Es ist anzunehmen, daß das Instrument infolge des tiefen Nachtönens von dem summenden Insekt seinen Namen erhalten hat.
Die aus Eichen- oder Tannenholz angefertigte Hummel hatte eine Länge von 1 Meter und mehr, die größte Breite war 30 Zentimeter und die Höhe des Resonanzkastens 8 bis 10 Zentimeter. Oftmals waren sie am Kopfende mit hübschen Schnitzereien versehen. Die Saitenzahl schwankte zwischen 12 bis 14, welche zum Teil aus Stahl gefertigt waren, die tiefsten Saiten bestanden gewöhnlich aus Messing.
Früher war fast in jedem Hause ein solches Instrument vorhanden, und man tanzte auch nach ihrer Musik. Hauptsächlich wurde aber beim Hauptgottesdienst der Gesang des Sonntagspsalms von der Hummel begleitet. Heutzutage trifft man dieselbe nur noch vereinzelt an. Im Museum vaterländischer Altertümer in Kiel sind noch zwei wohlerhaltene Exemplare vorhanden, deren eins aus der Gegend von Kellinghusen stammt.
Doch auch in Dithmarschen und auf den Nordseeinseln Sylt und Föhr erfreuten sich die Hummeln großer Beliebtheit, und sollen dieselben von Seefahrenden aus England oder Holland hier eingeführt worden sein.

... in Dithmarschen

Eine Hummel aus Dithmarschen befindet sich im Landesmuseum in Meldorf.

Hummel Hummel

Hummel aus Dithmarschen

... in den Vierlanden

Über den Winter auf Vierlandens Höfen berichtet Ernst Finder im Jahre 1922:

[…] war es Brauch, daß die junge Welt […] um 9 Uhr häufig dazu überging, sich lustig zu machen. Auf dem Flett oder der großen Diele fing man an, unter der Begleitung einer Harmonika oder einer Hummel, eines zitherartigen Saiteninstruments, zu tanzen. […]

Hummel
Hummel aus den Vierlanden

... in Niedersachsen

In der Landschaft Solling baute und spielte die Familie Hilke eine Hümmelke. Von Erich Kuke wird diese Hümmelke im Jahre 1926 beschrieben:

[…] Sie ist ein zitherartiges Instrument, von langgestreckter, gerader Form, 90 Zentimeter lang, 12 Zentimeter breit und 6 Zentimeter hoch. Der Resonanzkörper ist 60 Zentimeter lang. Deckel und Bodenplatte sind aus feinjährigem, augewähltem Fichtenholz und mit dunklen Palisanderholzkanten eingefaßt. Die Seitenteile aus Lärchenholz zeigen hinten 7 Schallöcher. Der Kasten ist an dem einen Ende zum Saitenhalter ausgebildet, am andern Ende geht er unmittelbar in den verzierten Kopf aus Mahagoniholz über, in dem 6 Wirbel stecken. Saitenhalter, ebenfalls Mahagoni, wie Kopf sind je 15 Zentimeter lang. Von den 6 Saiten sind die drei hinteren zu einem Dreiklang gestimmte Begleitsaiten und die 3 vorderen gleichtönende Melodiesaiten. Die Bünde (Querdrähte) darunter auf dem Resonanzdeckel sind, entsprechend einer einfachen Tonleiter, durch zwei Oktaven geordnet. […] Das Spiel erfolgt, indem die Rechte mit einem zugespitzten, bleistiftähnlichen Holzstab über die Saiten streicht und sie so zum Tönen bringt, während die Linke mit einem ähnlichen Stabe, der mit einem Gänsekiel überzogen ist, auf den Melodiesaiten über die Bünde hin- und hergeführt wird. […]

... im Erzgebirge

Gustav Klemm erinnert sich im Jahre 1865:

[…] der alte Erzgebirger hatte sein eigenes Saiteninstrument, die Hummel […]

... in Friesland

Dem 1821 in Friesland geborenen Waling Dykstra erzählte der Großvater:

[…] dat hier in vroeger jaren een man reisde met een noordsche balk, een speeltuig met snaren, die hij tokkelde met een ganzenpen, terwijl het instrument op zijne knieën rustte. […] Het speeltuig, meest gelijkende naar een citer, is een holle doos van 101 cm lang en 8 cm diep, terwijl de grootste breedte 23 cm is. […]

... in Flandern

Eine große Hummel von 1,15m Länge, als "Bûche des Flandres" bezeichnet, stammt aus dem Jahre 1793.

... in Schweden

Eine schwedische Hummel (langspel, langharpa) aus dem Jahre 1701 ist noch erhalten.

Hummel
Hummel aus Schweden

Noten, Texte und Spielanleitungen

Alexander Pilipczuk: Die Hummeln in Schleswig-Holstein, Vierlanden und Niedersachsen.
Lichtwark-Heft 63/1998, S. 27-33.

Hubert Boone: De hommel in de Lage Landen.
Instrumentenmuseum Brussel, 1976. (mit vielen Abbildungen und einer Zusammenfassung von Margrit de Maeyer: Die Hummel in den Niederlanden.)

Michel Terlinck: Handleiding Bij Het Bespelen Van De Hommel.
[…] In dit werk behandel ik het hommelspel met het speelstokje […] (3. Auflage, 2004).

Gadso Weiland: Die Hummel.
Niedersachsen Heft 6, 1900/01, Seite 132.

Jack Botermans, Herman Dewit, Hans Goddefroy: Musikinstrumente selberbauen.
Hugendubel 1989. (darin: eine Anleitung zum Bau einer Hommel (Scheitholt) und Abbildungen von vielen Varianten der Griffbrettzither aus der Sammlung von Herman Dewit.)

Wim Bosmans: Hommel en Zithers.
Éditions Pierre Mardaga et MIM, 2001.

Musik auf Tonträgern

cover_de_hommel   De Klank van de Hommel.
16 Hummelmelodien mit dem Ensemble Michel Terlinck, Jan-Pieter Delcour & Tim Somers, Guido Piccard, Salon Ambroisine, 't Kliekske, In de klaere maene, Jan Smed, Groupe Namurois, Triommel, Klakkebusse, Twalseree und anderen Musikern aus Flandern und Wallonien. (muziekmozaïek, 2009).
cover_hommel_recital   Hommelrecital.
Hommelmuziek uit Vlanderen, Wallonië & elders. 16 Musikstücke mit Ritteke DeMeulenaere & Wim Bosmans, Michel Terlinck, Jean Bertiaux, Johan Van Eenoo, Jan Delcour, Guido Piccard, Salon Ambroisine (André Deru & Thierry Legros). Aufgenommen am Hommeldag in Gooik. (muziekmozaïek, 2006).
cover_de_wentelsteen   Michel Terlinck: De Wentelsteen.
Muziek voor
Hommel. Michel Terlinck (diatonische- en chromatische Hommels), Paul Colinet (Mandola), Guido de Meester (Bodhran, Cajon), Guido Piccard (chromatische Hommel). (MT 96001, 1996).
cover_ulrich_hummel   Wilfried Ulrich: Musik für Hummel.
Aufgenommen auf alten, restaurierten Instrumenten aus Schleswig, Northeim und Norden. Auch neue
Hummeln sind dabei. (Norden, ca. 2007).

Harpens Kraft: Silke.
In der alten Højby Kirkes in Dänemark spielten Herluf Donslund (Nøgleharpe, violin, hardingfele), Keld Nørgaard ( Sækkepiber, guitar violin, klaver,
humle, lerkrukke, mundspil, keyboard), Else Madsen (Harmonika, kirkeorgel, bjælder), Poul Lendal (Lire, skovtromme, guitar, mundspil, kantele, slagtøj) und Ole Stripp (Bas, slaghumle) diese CD ein. (GO Danish Folk Music Prod. 2001).

Ranarim: För världen älskar vad som är brokot.
Sofia Sandén (Sång), Ulrika Bodén (Sång), Jens Engelbrecht (Gitarrer, Bascister, Mandolin,
Hummel), Niklas Roswall (Moraharpa, Altnyckelharpa, Kromatisk nyckelharpa), Anders Johnsson (Kontrabas), Sebastian Notini (Slagverk). (Westpark Music 2003).

Seiten im Internet

Hummelkurs  (Am 5. November 2011 gibt Wilfried Ulrich einen Spielkurs für Hummel in Wallen in Schleswig-Holstein.)

Die Hummel  (Wilfried Ulrich sammelt, baut und restauriert Hummeln.)

Hommeldag in Gooik  (... Muziekmozaïek organiseert twee keer per jaar een hommeldag.)

In de klaere maene  (... Brugse hommelgroep.)

vlier.net  (... bietet Noten und Informationen über alle Arten der Hummel.)

The Hommel  (... von Adelheid Rech.)

Hummeln  (... im Musikmuseet Stockholm; bitte geben Sie im Suchfeld Sök Instrument=hummel ein.)

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Épinette des Vosges

Die Épinette des Vosges stammt aus den Vogesen (Frankreich). Sie ist eine Griffbrettzither mit Melodiesaiten, die an Bünden abgegriffen werden. Sie hat mehrere Bordunsaiten. Die Bauform variiert.

Épinette des Vosges
Épinette des Vosges

Geschichte

Seit 1723 ist die Épinette des hautes Vosges aus Gérardmer überliefert, seit 1730 die etwas kleinere Épinette du Val d'Ajol.

Zwischen 1820 und 1850 unterhielt Dorothée Vançon die Ausflügler mit dem Spiel auf ihrer Épinette des Vosges. Der Wunsch mancher Gäste, ein Instrument mit nach Hause zu nehmen, ermöglichte eine kleine Fabrikation von Épinettes des Vosges. Dieses Handwerk hat sich bis heute erhalten.

Grafik

zithergrafik

Stimmung

Traditionell ist die Épinette des Vosges diatonisch gestimmt. Bei den chromatisch gestimmten Instrumenten gibt es eine zweite Melodiesaite mit zusätzlichen Halbtönen.

 

Épinette des Vosges
Épinette des Vosges Grande artésienne
gebaut von Christophe Toussaint

Bei der oben abgebildeten Épinette des Vosges liegt der Grundton auf dem 3. und 10. Bund. Beide Bünde sind mit einem hellen Einlegepunkt markiert. Die Melodiesaiten sind auf d gestimmt, so daß auf dem 3. und 10. Bund der Grundton g erklingt. Die Bordunsaiten sind auf G und D gestimmt. Das Instrument erklingt also in G-Dur.

Die Stimmung der offenen Saiten ist:

D   5. Saite = Bordun
G   4. Saite = Bordun
g   3. Saite = Bordun
d   2. Saite = 2. Melodiesaite (Halbtöne)
d   1. Saite = Melodie (Doppelsaite)

Tonarten

In Ihrer Notensammlung sind möglicherweise Melodien in anderen Dur-Tonarten. Diese können Sie spielen, indem Sie den jeweiligen Grundton auf dem 3. Bund annehmen. Sie spielen z.B. D-Dur ab dem 3. Bund und hören G-Dur.

Tonarten

Moll-Tonarten können Sie spielen, indem Sie den Grundton auf dem 3. Bund annehmen und indem Sie die 2. Melodiesaite mit den entsprechenden Halbtönen (beim Klavier sind das die schwarzen Tasten) nutzen.

Tonarten

Manche traditionellen Musikstücke sind im mixolydischen Modus notiert. Diese können Sie spielen, indem Sie den Grundton auf der offenen Melodiesaite, also dem 0. Bund annehmen.

Tonarten

Mit den oben beschreibenen Methoden habe ich es vermieden, die Zither umzustimmen. Wollen Sie öfter Musikstücke in der jeweiligen Originaltonart spielen, dann empfehle ich ein weiteres Instrument, z.B. den Appalachian Dulcimer.


Épinette des Vosges

Spielanleitung

Man stellt das Instrument vor sich auf den Tisch. Die Stimmwirbel befinden sich links.

Ich spiele gern im Sitzen. Dazu habe ich mir ein kleines Tischchen gebaut und stelle das Instrument darauf. So kann der Boden der Épinette frei schwingen und es ergibt sich ein voller und lang anhaltender Ton.

Melodiesaiten

Die Melodiesaiten, meistens sind es Doppelsaiten, werden mit den Fingern der linken Hand oder mit dem Druckstab abgegriffen.

Bordunsaiten

Die Bordunsaiten erklingen ständig im gleichen Ton. Sie markieren den Rhythmus und akzentuieren die Melodie.

Plektrum

Das Plektrum (oder eine Gänsefeder) wird mit der rechten Hand gehalten. Man streicht über die Saiten in einer Auf- und Abbewegung.

Druckstab

Der Druckstab ist ein ca. 25 cm langes Stäbchen aus Holz oder Bambus. Man hält ihn in der linken Hand und läßt ihn über die Melodiesaiten gleiten. Dabei wird ein sirrendes Geräusch erzeugt.

Die erste Melodie

Für diesen ersten Versuch brauchen Sie das Instrument nicht zu stimmen, die (Melodie-)Saiten sollten aber gespannt sein. Mit einem Finger der linken Hand drücken Sie auf die vordere Doppelsaite. Die rechte Hand zupft oder streicht mit einem Plektrum über diese Saite. Drücken Sie nacheinander links neben die folgenden Bünde (auf die Räume zwischen den Metallstäbchen):

3333 4444 5673 2340
3333 4444 5673 423

Haben Sie die Melodie erkannt?

 

Französische Musiker beim "Bonner Sommer" 1976, mit Drehleier und Épinette des Vosges

 

Noten, Texte und Spielanleitungen

Guy-Jean Michel: La bûche à musique: Épinette des Vosges.
Arts et traditions de la Vallée des Lacs, 1978, Seiten 141-148.

Jean-Loup Baly und Jean-François Dutertre: L'Épinette des Vosges.
Methode Complete. Mougel, 1986.

Répertoire pour Épinette.
81 partitions et tablatures. 17 airs vosgiens, 24 airs wallons, 40 compositions jouées par Jean-François Dutertre, Patrice Gilbert, Jacques Leininger, Christophe Toussaint. Répertoire wallon sélectionné par André Deru. L'Addim de la Haute-Saone, o.J.

Christophe Toussaint: Épinette des Vosges.
L'Atout Vosgien, ca. 1993.
Begleitheft zur gleichnamigen CD.

Musik auf Tonträgern

Les Ménestrels de Gerardmer: Musique d‘Épinette et Chansons des Hautes Vosges.
18 Musikstücke aus der Heimat der Épinette des Vosges gespielt von Véronique Louis (
épinette, choeur), René Imbert (accordéon, flûte), Philippe Fondard (guitare, choeur), Marinette Gabrion (épinette, chant), Marie-Claude Leray (accordéon, choeur), Sabine Gegout (épinette, flûte), Jean Grossier (chant), Marie-Thérèse Grossier (épinette, chant). (Forlane, 1980/1994.)

cover_epinette_vosges   Épinette des Vosges.
Diese CD enthält 21 Musikstücke, von folgenden Musikern und Musikgruppen auf der
Épinette des Vosges gespielt: Les Beuquillons, Pierre Duval et Chantal Regennass-Lepaul, Les Éleves de L`Ecole Intercommunale de Musique, La Gibernotte, Les Hattatôs, Jonquilles et Brimbelles, Les Ménestrels de Gérardmer, Jean Ribouillault, La Soyotte, Christophe Toussaint, Louis Viry und wurde (ca. 1993) herausgegeben von Christophe Toussaint.
cover_epinette_dutertre  

Jean-François Dutertre: L'Épinette des Vosges.
12 Musikstücke gespielt von Jean-François Dutertre (
épinette des vosges), Jean-Loup Baly (épinette des vosges, pipeau), Yves Guilcher (flûte à bec, pipeau), Claude Lefebvre (guitare), Dominique Maroutian (banjo, autoharp), Emmanuelle Parrenin-Fromont (épinette des vosges), Dominique Regef (violon). (Le chant du Monde, 1974).

Jean-François Dutertre: Chansons Traditionelles de Normandie.
15 traditionelle Lieder aus der Normandie, gesungen und gespielt von: Jean-François Dutertre (chant et vielle,
épinette diatonique), Jean-Loup Baly (chant, accordéon diatonique), Denis Gasser (guitare), Philippe Gibaux (violon), Yvon Guilcher (chant). (Musique du Monde, 2002).

Jean-François Dutertre: Ballades Françaises.
10 traditionelle französische Balladen, gesungen und gespielt von: Jean-François Dutertre (chant, vielle,
épinette), Jean-Loup Baly (épinette à archet, trompe), Jaques Leininger (épinette), Jaques Mayoud (sanza, balafon, trompe), Michel Sikiotakis (guitare, tin-whistle, flûte traversière), Jean-François Vrod (violons, percussions). (ADDA, 1992).

Jean-François Dutertre: Le Fil des jours.
20 Chants traditionels calendaires, gesungen und gespielt von: Jean-François Dutertre (chant, vielle à roue, épinette des Vosges), Adel Shams El Din (percussions). (Musique du Monde, 2008).

cover_toussaint_montagne   Christophe Toussaint: L`épinette des montagnes bleues.
Christophe Toussaint playing his Blue Mountain Dulcimer. 15 traditionelle und neue Kompositionen. Auf seinen Épinettes des Vosges und einer Citera aus der Werkstatt von Tibor Gáts gespielt und gesungen von Christophe Toussaint. (Dureco, 1993).

Christophe Toussaint: Épilobe.
19 traditionelle Stücke auf seinen Épinettes des Vosges und einer Autoharp gespielt und gesungen von Christophe Toussaint. (2010).

cover_epinette_france   France - L`épinette des Vosges.
Jean-François Dutertre, Christophe Toussaint und Jean Ribouillault interpretieren 19 traditionelle und neue Kompositionen auf der
Épinette des Vosges. (Ocora-Radio France, 1997. Textheft u.a. in deutscher Sprache.)

La Bamboche: La saison des amours.
Jean Blanchard (chant, violon, cornemuse, accordéon,
épinette des Vosges), Jacques Boisset (basse, chant, percussions), Bernard Beps Chauchat (batterie), Evelyne Beline Girardon (chant, vielle à roue), Daniel Lapin Olivier (guitare, banjo), Bernard Blanc (tinwhistles), Jean-Luc Bleton (vielle). (Spalax, 1978/1996).

Malicorne: Quintessence.
Petit sommaire de leurs plus belles chansons... gespielt von Marie Yacoub (chant,
dulcimer, vielle à roue, épinette des Vosges), Gabriel Yacoub (chant, guitare, dulcimer, épinette des Vosges, mandoloncelle), Laurent Vercambre (chant, violon etc.), Hughes de Couron (chant, basse, cromorne, percussion), Olivier Zdrzalik (chant, basse électrique, percussion). (Sony, 1978).

Gentiane: Musique d`Auvergne.
Jean Blanchard (chant, accordéon diatonique, violon, mandoline), Bernard Blanc (cabrette, vielle etc.), Emmanuelle Parrenin (chant, vielle,
épinette ), Philippe Fromont (violon, violon alto), Gérard Lavigne (basse Fender), Denis Gasser (piano, guitare). (MWCD 4013, 1996).

Seiten im Internet

Les Épinettes des Vosges  (Umfangreiche Internet-Seite vom Instrumentenbauer, Musiker und Lehrer Christophe Toussaint.)

Épinette des Vosges  (Ein Verein, der sich der Épinette des Vosges widmet...)

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Épinette du Nord

Als Épinette du Nord werden die Griffbrettzithern aus Nordostfrankreich bezeichnet. Die Instrumente stammen aus dem 20. Jahrhundert.

... in Flandern

Aus Flandern stammt die Épinette flamande. Sie wird mit dem Spielstab (noteur) gespielt.

Epinette
Épinette d'étude flamande (Bausatz)

... in Cambrai

Die Zithern aus der Gegend um Cambrai haben größere Abmessungen.

Noten, Texte und Spielanleitungen

Régis Swynghedauw: Guide d'initiation à l'epinette flamande.
(Teugje Bier, 2007.)

Patrick Delaval: L'Epinette du Nord.
(Traces, 1997.)

Seiten im Internet

Teugje Bier  (... verschickt einen Bausatz für eine Épinette flamande, mit bebilderter Bauanleitung und Spielanleitung.)

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Langeleik

Die Langeleik (langleik, langeleg) hat eine Melodiesaite und drei bis acht Begleitsaiten. Die Bünde sind aus Holz. Die Melodie wird traditionell mit den Fingern der linken Hand abgegriffen.

... in Norwegen in der Telemark

Eine Langeleik aus dem Saetdal aus dem Jahre 1709 ist noch erhalten. In der Telemark ist die Langeleik schmal, lang und ohne Boden. Manche Instrumente sind aus einem Stück Holz geschnitzt.

... in Norwegen im Valdres-Tal

Im Valdres-Tal wird die etwas ausgebauchte Form gebaut und gespielt.

Der englische Reisende William Stanley Jevons schreibt im Jahre 1880 aus Slidre im Valdres-Tal an seine Frau:

[…] One morning a girl came in and played us a number of tunes on the Langeleg or ancient Norse Zither, some of which were very pretty. […]

Beliebt war das Spiel mit Tanzpuppen (Dokkedans), die über eine Schnur mit der rechten Hand verbunden waren und sich mit der Hand im Rhythmus der Musik bewegten.

Noten, Texte und Spielanleitungen

Kjell Bitustøyl: Langeleiken i Telemark.
In: Årbok for norsk folkemusikk 1995, Seiten 90–113.

Elisabeth Kværne: På langeleik.
Ausführliches Begleitheft zur gleichnamigen CD in norwegischer Sprache und englischer Zusammenfassung mit vielen Abbildungen. (1994).

Musik auf Tonträgern

cover_norvege_langeleik   Gunvor Hegge: La langeleik.
31 traditionelle norwegische Stücke mit Gunvor Hegge (
langeleik), Knut Kjøk (violon), Roger Slåstuen (violon), Jacques Leininger (langeleik). (Radio France, 1999. Begleitheft u.a. in deutscher Sprache.)
cover_pa_langeleik.jpg   Elisabeth Kværne: På langeleik.
29 traditionelle norwegische Stücke mit Elisabeth Kværne (
langeleik), Håkon Asheim (hardanger fiddle), Tellef Kvifte (clarinet, flute, organ), Ingar Ranheim (langeleik), Erik Stenstadtvold (lute, guitar). (Heilo 1985,1994).
cover_levande_langeleik   Levande Langeleik.
27 traditionelle norwegische Stücke mit Gunvor, Kari und Oddrun Hegge, Bjørg, Marit und Kari Steinsrud und Johanna Fuglesteg. (Heilo 1995).

Seiten im Internet

Langleik  (Bilder von einem Musikantentreffen.)

Langeleik  (... im norwegischen DigitaltMuseum; bitte geben Sie im Suchfeld søk=langeleik ein.)

Langeleik  (... im Musikmuseet Stockholm; bitte geben Sie im Suchfeld Sök Instrument=langeleik ein.)

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Langspil

Die Langspil ist eine Streichzither.

... in Dänemark/Norwegen

In der Einleitung zu seiner 1623 publizierten Sammlung von Psalmen empfiehlt Anders Christensen Arrebo den Gesang mit Krogharper, Hakkebretter og Langspil zu begleiten.

... in Island

Die Langspil wird seit dem 18. Jahrhundert auf Island gespielt. Sie hat eine Melodiesaite und zwei bis fünf Bordunsaiten. Die Saiten werden mit einem Bogen gestrichen. Der Daumennagel der linken Hand greift die Melodie ab.

langspil
Langspil aus der Werkstatt von Jon Sigurdsson; Bogen von Christophe Toussaint

... in Schleswig-Holstein

Eine Stuckfigur von ca. 1720 im Plafond der Halle von Gut Damp an der Ostsee spielt eine Langspil.

langspil

Noten, Texte und Spielanleitungen

Ari Sæmundsen: Leiðarvísir til að spila á langspil og til að læra Sálmalög eptir nótum, og Nótur með Bökstöfum til allra sálmalaga...(1855).

Seiten im Internet

Langspil and Icelandic fidla  (... werden gebaut von Jon Sigurdsson.)

Langspil  (... im Musikmuseet Stockholm.)

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Jousisitra

Die Jousisitra ist eine Streichzither aus Finnland. Sie hat eine Melodiesaite über 14 Bünden aus Holz und eine Bordunsaite. Die Drahtsaiten werden mit einem Bogen gestrichen. Das Instrument wird aus einem Stück Holz (Erle) geschnitzt und hat eine Länge von ca. 74 cm.

Seiten im Internet

Jousisitra  (... im Suomen kansallismuseo.)

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Scherrzither

Die Scherrzither (Kratzzither) stammt aus dem Alpenraum.

... im Allgäu

Die Scherrzither aus dem Allgäu hat zwei Melodiesaiten und eine Bordunsaite. Diese werden mit einem Plektrum gespielt. Es werden auch Akkorde gegriffen.

... in Südtirol

Eine Kratzzither von 1675 aus Südtirol ist bekannt.

Scherrzither
2 Scherrzithern

Musik auf Tonträgern

Fraunhofer Saitenmusik: No. 3.
Richard Kurländer (Harfe, Appenzeller Hackbrett, Gitarre), Heidi Zink (Hackbrett, Querflöte, Gitarre, Scherrzither), Gerhard Zink (Kontrabaß), Jochen Schlemmermeyer (Scherrzither). (Trikont, 1987). (Es erklingen zwei Kompositionen für Scherrzither-Duo von Max Schraudolf)

Seiten im Internet

Kratzzither  (Reproduktion einer Kratzzither in Leipzig.)

Scherrzither  (Bilder und Klangbeispiele von einem Musikantentreffen.)

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Häxeschyt

Aus dem Simmental (Schweiz) ist ein Häxeschyt (Häxeschit) von 1798 erhalten. Es ist aus einem 78,8 cm langen Stück Holz geschnitzt, hat keinen Boden und 11 Holzwirbel.

Noten, Texte und Spielanleitungen

Lorenz Mühlemann: Die Zither in der Schweiz.
Von den Anfängen bis zur Gegenwart. (Zytglogge 1999).

Seiten im Internet

Hiesix  (Auf den Instrumentenseiten dieser Gruppe ist das Häxeschyt abgebildet.)

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Raffele

Das Raffele aus Südtirol wurde früher mit zwei Melodie- und mehreren Bordunsaiten gebaut, heute meistens mit drei Melodiesaiten. Es wird mit einem Plektrum geschlagen.

Musik auf Tonträgern

opas diandl: bachblüten und pestizide.
Veronika Egger (Stimme, Geige, Viola da Gamba), Markus Prieth (Stimme, Raffele, Okarina, Singende Säge, Ukelele), Daniel Faranna (Stimme, Kontrabaß, Ukelele), Thomas Lamprecht (Stimme, Gitarre, Oud, Bendir), Jan Langer (Percussion), Andreas Psenner (Klarinette). (raccanto, 2009).

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Citera

Die ungarische Citera gibt es in drei verschiedenen Bauformen. Den langen, schmalen Scheitholt-Typ (vályúcitera), der aus einem Stück Holz geschnitzt wurde; die Pferde-Kopf-Citera (kisfejes citera), das ist der bekannteste Bautyp; ferner die ausgebauchte Citera (hasas citera).

citera
Citera

      

citera
Citera aus der Werkstatt von Tibor Gáts

Noten, Texte und Spielanleitungen

Tibor Gáts: Die ungarische Zither.
Eine Einführung in die Spieltechnik mit Noten- und Tabulatur-Beispielen und Audio-CD. (Budapest 2005). (Link auf die PDF-Datei).

Musik auf Tonträgern

Tibor Gáts: The basics of playing the zither.
Begleit-CD zum Buch: Die ungarische Zither. Eine Einführung in die Spieltechnik... (mit vielen Übungsstücken, auf der
Citera gespielt). (Budapest, 2006).

René Zosso: Florilège de la vielle à roue.
17 traditionelle und moderne Musikstücke, gesungen und gespielt von René Zosso (chant, vielle à roue) und Anne Osnowycz (chant,
citera). (harmonia mundi, 1978/1992).

Muzsikás: Nem Úgy Van Most, Mint Volt Régen.
Márta Sebestyen (voice, shepherds flute), Sándor Csoóri (voice, viola, koboz, hurdy-gurdy, bagpipe), Péter Eri (voice, cello, double bass, tambura, viola, blues harp), Dániel Hamar (double bass), Mihály Sipos (violin), Antal Rácz (
citera), Levente Szörényi (bass guitar, drum, voice). (Hungaroton 1982/1993).

Seiten im Internet

Die ungarische Zither  (Zitherbauer und Meister der Volkskunst Tibor Gáts stellt sich und seine Werkstatt vor.)

citera.hu  (Ein Citera-Ensemble aus Ungarn.)

citera  (... im Museum.)

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Bordunske citre

Die bordunske citre ist eine ausgebauchte Bordunzither.

... in Slowenien

In Slowenien wird die bordunske citre (švrkovnce, plece, špile, drskalce, drsovnca) gespielt.

... in Kroatien

Auch in Kroatien, in der Region Podravine, ist die bordunske citre bekannt.

Musik auf Tonträgern

cover_trutamora_slovenica   Trutamora Slovenica: Zvočnost Slovenske Duše / The sound image of slovenian soul.
Im "ensemble for the revival of Slovene folk musical heritage based on archival sources" spielt Mira Omerzel-Mirit neben vielen anderen traditionellen Instrumenten die
bordunske citre/švrkovnce. (Radio Slovenija, 2002/2004, 2CD).

Seiten im Internet

Trutamora Slovenica  (Auf den Bildern dieser slowenischen Musikgruppe ist eine bordunske citre zu sehen.)

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Ţiteră

Die rumänische Ţiteră (gesprochen: zitera) wird in Avram Iancu (Munţii Apuseni) und in Band (bei Târgu Mureş) gespielt. Das Instrument wird aus Tannenholz gefertigt.

Der Lehrer Nicolae Coroiu aus Avram Iancu erzählt im Jahre 2008:

[…] În copilăria mea, aproape fiecare casă avea câte o Ţiteră, aproape în fiecare casă era cineva care avea auz muzical si învăţa la acest instrument. […]
(In meiner Kindheit war in jedem Haus eine Ţiteră, nahezu in jedem Haus war jemand der mit diesem Instrument Musik machte.)

Seiten im Internet

Ţiteră  (Das Museum in Reghin besitzt zwei Ţiteră aus Mureş.)

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Pennsylvania Zither

Bordunzithern der deutschen Einwanderer in Pennsylvania (USA) sind noch erhalten, darunter eine aus dem Jahre 1788. Einige Instrumente sind für das Spiel mit dem Plektrum, andere für das Spiel mit dem Bogen gebaut.

Noten, Texte und Spielanleitungen

Henry C. Mercer: The Zithers of the Pennsylvania Germans.
Doylestown Meeting, 1923, Seiten 482-497.

Seiten im Internet

Zither aus Pennsylvania  (... von 1788. Colonial Williamsburg Foundation.)

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Appalachian Dulcimer

Der Plucked Dulcimer, Mountain Dulcimer oder Appalachian Dulcimer stammt aus den südlichen Appalachen (USA).


Appalachian Dulcimer und eine Épinette des Vosges

Der Appalachian Dulcimer hat in der Regel 3 Saiten, die erste Saite ist manchmal eine Doppelsaite. Bei den neueren Instrumenten sind alle Saiten mit Bünden unterlegt, so daß man auch Akkorde greifen kann. Er läßt sich in begrenztem Umfang auf andere Tonarten und Modi umstimmen.

Der mixolydische Modus ist die Grundstimmung für viele Appalachian Dulcimer. Dieser Modus beginnt auf dem 0. Bund. Die Stimmung der offenen Saiten ist:

D   3. Saite = Bordun
A   2. Saite = Bordun
d   1. Saite = Melodie

Tonarten

Die Tonart G-Dur beginnt auf dem 3. Bund. Ausgehend von der Grundstimmung wird die 2. Saite um einen Ganzton heruntergestimmt. Die Stimmung der offenen Saiten ist nun:

D   3. Saite = Bordun
G   2. Saite = Bordun
d   1. Saite = Melodie

Tonarten

Die Tonart d-moll beginnt auf dem 1. Bund. Ausgehend von der Grundstimmung wird die 1. Saite um einen Ganzton heruntergestimmt. Die Stimmung der offenen Saiten ist nun:

D   3. Saite = Bordun
A   2. Saite = Bordun
c   1. Saite = Melodie

Tonarten

In den südlichen Appalachen ist der Modus "Mountain Minor" gebräuchlich. Das ist der dorische Modus. Er beginnt auf dem 4. Bund. Ausgehend von der Grundstimmung werden die 1. und die 2. Saite um einen Ganzton heruntergestimmt. Die Stimmung der offenen Saiten ist nun:

D   3. Saite = Bordun
G   2. Saite = Bordun
c   1. Saite = Melodie

Tonarten

 

Manche neu gebauten Appalachian Dulcimer besitzen einen zusätzlichen Bund (6 1/2) und erweitern damit die Spielmöglichkeiten. Die Tonart D-Dur beginnt auf dem 0. Bund. Die Grundstimmung des Appalachian Dulcimer ist:

D   3. Saite = Bordun
A   2. Saite = Bordun
d   1. Saite = Melodie

Tonarten

... in Virginia

Aus dem Jahre 1832 existiert noch ein Appalachian Dulcimer aus Virginia in der typischen Schiffsbauform.

 

Dulcimer
Virginia Style Dulcimer

... in Kentucky

Die heute bekannte Sanduhrform wurde um ca. 1870 in Kentucky entwickelt.

 

Dulcimer
Appalachian Dulcimer

 

Noten, Texte und Spielanleitungen

Ralph Lee Smith und Madeline MacNeil: Folk Songs of Old Kentucky.
Two Song Catchers in the Kentucky Mountains, 1914 and 1916, with Arrangements for Appalachian Dulcimer. Mel Bay Publications 2003.

Ralph Lee Smith und Madeline MacNeil: Songs and Tunes of the Wilderness Road.
Arrangements for Appalachian Dulcimer. Mel Bay Publications 1999.

Ralph Lee Smith: Appalachian Dulcimer Traditions.
The Scarecrow Press 1997/2002.

Jean Ritchie: Jean Ritchie's Dulcimer People.
enthält u.a. Beiträge von Holly Tannen: Playing the Dulcimer with other Instruments und Hank Levin: How to make an Appalachian Dulcimer. Oak Publications 1975.

cover_dulcimer_fischer  

Claus-Jürgen Fischer: Musik für Einsteiger.
Dulcimer, Epinette, Hummel, Kinderzither. Einführung in die Musiktheorie und Spielanleitung für diatonische Zithern. Eres 1968.

cover_dulcimer_legoube  

Michel Legoubé: Dulcimer et chansons francaise.
Méthode simple de Dulcimer à l′usage des enfants et des éducateurs. Chappel S.A. 1978.

Jack Wright: Ear Tickling Music.
An Interview with I.D. Stamper. Mountain Review, Vol.3, No.4, February 1978, Seiten 14-16.

Musik auf Tonträgern

Neal Hellman: Oktober County.
Contemporary, ancient and traditional instrumental music mit Neal Hellman (
dulcimer). Seine Freunde spielen (guitar, harp, hammered dulcimer, english horn, fiddle u.a.) (Gourd Music, 1988.)

Neal Hellman & Friends: Autumn in the Valley.
Traditional and contemporary instrumental music from both sides of the Atlantic mit Neal Hellman (
dulcimer). Seine Freunde spielen (guitar, harp, banjo, mandolin, hammered dulcimer, oboe, flute, violin u.a.) (Gourd Music, 1993.)

cover_emmas_waltz   Neal Hellman & Friends: Emma's Waltz.
Traditional and contemporary instrumental music mit Neal Hellman (
dulcimer). Seine Freunde spielen (guitar, harp, hammered dulcimer, oboe, flute, violin, button accordion, nyckelharpa, small pipes, autoharp, mandolin u.a.) (Gourd Music, 2007.)
cover_roth_instrumental1   Kevin Roth: The mountain dulcimer instrumental album.
With Kevin Roth on the
dulcimer. (Smithsonian Folkways Recordings 1977/2007.)

Kevin Roth: The first few words.
Mountain dulcimer instrumental album 2. Kevin Roth
dulcimer. (Smithsonian Folkways Recordings 1978/2007.)

Mimi & Richard Fariña: The Complete Vanguard Recordings.
Richard Fariña (
dulcimer, vocal), Mimi Fariña (guitar, vocal, autoharp), u.a. (Vanguard 1965/1968; 2001, 3CD.)

cover_russell_dulcimer   Bonnie Russel and the Russel Family: Mountain Dulcimer - Galax Style.
Bonnie Russel (
dulcimer), Roscoe Russel (baritone ukulele, dulcimer), Roy Russel (guitar). (County Records, 1972)

Blanche Fleur: musique ancienne.
Michel Legoube (
dulcimer), Didier Large (guitare), Dominique Regef (rebec, vielle à roue, métallophone), Schemsdin Saraoui (percussions), Yvon Guilcher (flûtes à bec), Alan Cloatre (flûte traversière, chalemies, musette de cour).

cover_douce_amere  

John Molineux: Douce Amère - Bitter Sweet.
John Molineux (vocals, guitar,
3-string-dulcimer, bowed psaltery, dulcichord), David Lord (percussion), Annie Power (vocals). (Claddagh Records, 1978).

cover_dulcimer_selune  

Selune: Le Manuscrit de Bayeux.
Chansons de la Normandie médiévale gespielt von Jeanette Corre (chant,
dulcimer, psaltérion, épinette), Dominique Dodier (chant, guitare, dulcimer, clarinette), Eric Guenard (chant, flûtes, cromornes, corne à muses), Jean-Paul Thiland (basse électrique, guitare). (Editions Pluriel 3312, 1978).

Seiten im Internet

Ansgars Dulcimerseite  (... von Ansgar Halfkann)

Anmerkungen zum Dulcimer  (... gibt es von Helmut J. Seibert.)

Roots of the Appalachian Dulcimer  (...von Keith Young.)

A history of the Mountain Dulcimer  (...von Lucy M. Long.)

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Tennessee Music Box

Die Tennessee Music Box ist eine rechteckige Griffbrettzither aus Tennessee (USA). Die ältesten Instrumente lassen sich um das Jahr 1870 datieren. Manche Spieler haben die Melodiesaiten mit einem Glasröhrchen abgegriffen.

Musik auf Tonträgern

cover_schnaufer_dulcimer   David Schnaufer with Stephen Seifert: Delcimore Revisited.
David Schnaufer (
Tennessee Music Box, Dulcimer), Stephen Seifert (Dulcimer), u.a. (Collecting Dust Recordings 1996-1999; 2008)

Seiten im Internet

Tennessee Music Box  (History, Mystery and Revival von Sandy Conatser und David Schnaufer.)

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Musikbogen

Der Musikbogen besteht aus einer Saite, die über einem biegsamen Rundstab gespannt ist. Mit einem Stäbchen schlägt man auf die Saite und erzeugt einen Bordunton. Der Ton wird von einem Resonator (Mundhöhle, Kalebasse) verstärkt.

Es lassen sich verschiedene Musikbogentypen unterscheiden:

  • Mundbogen (N/Ka, Sungu, Ohonji, Sagaya)
  • Musikbogen mit angelegter Fruchtschale (N/Kau)
  • Gruppenspielbogen für 3 Personen (Ka-mbu-lu-mbu-mba)
  • Schrapbogen (n!Kali, kawayawaya, Kalyalya)
  • Kalebassenbogen mit befestigter Kalebasse (Embulumbumba, Cimbulumbumba, Hungu, Ungu)

... in Ostafrika

Die Bantustämme im Südosten Afrikas kennen verschiedene Varianten des Musikbogens.

Der ca. 2,36m lange Musikbogen der Sukuma in Ostafrika hat am oberen Ende einen zusätzlichen kleinen Resonanzkörper.

... in Westafrika

In Obervolta, Norddahomay und Ghana werden Klappern am Holz des Musikbogens befestigt.

Peter Kolb beschreibt in einem Reisebericht aus dem Jahre 1719 den Musikbogen der Khoi-Khoi in Angola:

[…] Diese Gom-Gom ist ein runder Bogen von dichten zähen Holze, als Oliven, oder Eisen-Holz gemachet. […] Wenn sie eine vollstimmige GomGom machen und haben wollen, wie man sie denn auch einfach, schlecht und nur auf die izt beschriebene Weise hat: so stecken sie an dem andern Ende, ehe die Saite an dem Bogen fest angespannet und gebunden wird, eine entzwei-gesägte […] Klapper- oder Cocos-Nuß-Schale, welche gleichsam den Resonanz geben muß. […] so klinget das Instrument nicht nur viel heller, als es ohne dieselbe thun würde; sondern sie können auch das hinter sich und vor sich Bewegen der gedachten Cocos Nuß-Schale, alle Thone verstellen, die man auf einem anderen also simplen Instrument solte prakticiren können. […]

Henrique Augusto Dias de Carvalho beschreibt in einem Reisebericht aus dem Jahre 1890 einen Kalebassenbogen aus Angola, den er Rucumbo nennt.

In der Provinz Muxiku in Angola kennt man den Kalebassenbogen mit einem zusätzlichen Steg aus geschnitztem Holz.

... in Brasilien

      

Berimbau
Berimbau

      

In Brasilien gibt es seit dem 19.Jh. das Berimbau (berimbau de barriga), einen Kalebassenbogen. Es ist das führende Musikinstrument beim Capoeira. Der Spieler hält in der rechten Hand außer dem Schlagstäbchen noch eine Rassel. Die linke Hand hält das Instrument und einen Stein oder ein Geldstück, um die Saite zu verkürzen.

Noten, Texte und Spielanleitungen

Gerhard Kubik: Das Khoisan-Erbe im Süden von Angola.
Bewegungsformen, Bogenharmonik und tonale Ordnung in der Musik der !Kung' und benachbarter Bantu-Populationen. (In: Erich Stockmann (Hrsg.): Musikkulturen in Afrika. Berlin 1987. Seiten 82-196.)

Hans Hickmann: Musikbogen.
(In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Bd. 9, 1961. Spalten 1078-1080.)

Musik auf Tonträgern

Filarfolket: Vintervals.
2 von 19 Musikstücken mit Tina Johansson (
berimbau). (Rescd 504, 1980-1990.)

Seiten im Internet

Il Berimbau  (... von Peppe Consolmagno; über verschiedene Typen des Musikbogens; in ital. Sprache; mit vielen Bildbeispielen.)

Berimbau  (... von Richard P. Graham and N. Scott Robinson. Mit Bibliography, Discography, Videography.)

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Stabzither

Bei der Stabzither sind die Saiten über einem geraden Rundstab gespannt.

... in Indien

Die Magadi Vina ist eine Stabzither aus Indien. Der Stab besteht aus Bambus. Das Instrument hat Bünde in diatonischer Anordnung. Ferner eine Melodie- und zwei Bordunsaiten. Vor dem Steg befindet sich ein Schalloch.

Seit dem 11.Jh ist die nordindische Rudra Vina (Rudra Veena, Been, Bin) belegt. Sie hat zur Klangverstärkung zwei Kürbisse als Resonatoren angehängt. Sie hat 4 Melodie- und 3 Bordunsaiten. Die Bünde sind chromatisch angeordnet. Der Steg ist kastenförmig. Das Instrument wird über die linke Schulter gelegt.

Vina
Bildhauerei aus dem 17.Jh.
im Tempel in Amber

... in Afrika

Die zenze (nzenze, zeze) ist eine Stabzither aus dem Osten Zentralafrikas. Das Instrument hat zwei Melodiesaiten, die über 3 Bünde laufen und eine Bordunsaite. Eine halbe Kalebasse verstärkt den Klang.

Seiten im Internet

Veena  (History and Ancient glory of the instrument.)

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Kŏmun'go

Das Kŏmun'go (Geomun'go, hyŏnhakkum) ist eine 6-saitige Wölbbrettzither aus Korea. Die Saiten sind aus gedrehter Seide. Die drei mittleren Saiten (davon 2 Melodiesaiten) laufen über 16 Bünde, drei Begleitsaiten über bewegliche Stege. Die rechte Hand schlägt die Saiten mit einem kurzen Bambusstab. Die Instrumente sind ca. 160-170 cm lang.

      

Komun'go
Wandmalerei aus dem 6.Jh.
in der Mandschurei

      

Eine Wandmalerei aus dem 6. Jahrhundert in der südlichen Mandschurei, die zu dieser Zeit ein Teil des koreanischen Königreiches Goguryeo war, zeigt eine Wölbbrettzither mit Bünden in der noch heute in Korea gebräuchlichen Form und Spielweise.

      

In einer Handschrift aus dem Jahre 1145 wird sie Schwarzer-Kranich-Zither (hyŏnhakkum) genannt. Ein Musiktraktat (Akhak kwebŏm) aus dem Jahre 1493 beschreibt das Kŏmun'go ausführlich.

Eine kürzere Bauform ist in der Volksmusik gebräuchlich.

Komun'go
Kŏmun'go

Noten, Texte und Spielanleitungen

Song Bang-song: The Etymology of the Korean Six-stringed Zither, Kŏmun'go: A Critical Review.
(Korea Journal Vol.15, No.10, 1975, S. 18-23)

Lee Hye-ku, Martina Deuchler: Koreanische Musik.
(in: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Bd. 16, 1979, Spalten 1029-1040; Beschreibung des Kŏmun'go in Spalte 1038, Abb. auf Tafel 60.)

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Sangenkin

Das Sangenkin (San-gen-kin) ist eine Halbröhrenzither aus Japan. Es wird aus einem aufgeschnittenen Bambusrohr oder aus Holz gefertigt. Es hat Griffmarken, die unter der Melodiesaite eingesetzt sind und 2 Begleitsaiten. Das Instrument ist ca. 100 cm lang.

Seiten im Internet

Sangenkin  (... im Kunitachi College of Music.)

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Tastenmonochord

Das Tastenmonochord ist eine Brettzither mit einer Tastenmechanik. Am hinteren Ende jeder Taste steckt ein Metallplättchen (Tangente). Dieses drückt von unten an die Doppelsaite. Das linke Ende der Doppelsaite ist dann abgedämpft, während das rechte Ende schwingt, bis die Taste losgelassen wird.

Clavichord
Tastenmonochord nach Nelly van Ree Bernard - von Jack Peters gebaut

Die Künstlerin Nelly van Ree Bernard entwarf ein Tastenmonochord nach spätmittelalterlichen Vorlagen und fügte noch Bordunsaiten hinzu. Die Bordunsaiten können gezupft werden. Das Instrument ist gebunden, da alle Tasten dieselbe Doppelsaite nutzen.

Noten, Texte und Spielanleitungen

Conrad von Zabern: De formatione monochordi.
(in: Novellus musicae artis tractatus pro renovando monochordi usu compilatus...; ca. 1462.)

Karl-Werner Gümpel: Das Tastenmonochord Conrads von Zabern.
(in: Archiv für Musikwissenschaft, 1955, Bd. 12, Heft 2, Seiten 143-166.)

Nelly van Ree Bernard: The Keyed Monochord - rediscovery of a forgotten Instrument.
(Het Duintje, 1993.)

Musik auf Tonträgern

cover_keyed_monochord  

Nelly van Ree Bernard: Rediscovery of the Keyed Monochord - Medieval Melodies and Sephardic Songs.
(NvRB-62 CD, 1993.)

Seiten im Internet

The Clavichord  (Die Arbeit von Jennie Pingree über die Geschichte von Monochord, Tastenmonochord und Clavichord enthält Abbildungen und ein Literaturverzeichnis.)

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Tastenzither

Tastenzithern sind Griffbrettzithern mit einer Tastenmechanik. Die linke Hand drückt mit den Tasten der Metallhebel die Saiten neben die Bünde auf das Griffbrett. Die rechte Hand schlägt die Saiten mit einem Plektrum.

... in Japan

Die Tastenzither Taishokoto wurde ca. 1918 in Japan erfunden.

... in Balochistan

In Balochistan wurde daraus das Benju entwickelt, mit einer ähnlichen Mechanik, aber einem größeren Tonumfang.

... in Indien

Das Bulbul Tarang (Bulbul Tara) stammt aus Indien. Die Anzahl der Melodie- und der Bordunsaiten variiert.

Bulbul Tarang
Bulbul Tarang

Musik auf Tonträgern

Abdulrahman Surizehi: Love Songs and Trance Music from Balochistan.
Abdulrahman Surizehi (benju), Ostad Mohammad Bachal L. Baloch (dohkor), Maula Bakhsh Noori (tamburag). (Etnisk Musikklubb, 2006).

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Autor: Rainer Guthke. Ich spiele verschiedene Bordunzithern in der Gruppe " Die Wallener ", wo sie zusammen mit Flöten, Hümmelchen, Drehleier und anderen Instrumenten erklingen.


Kunst-Kultur-Kritik   |   die Homepage aus Wallen   |   Rainer Guthke: Bordunzithern
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