Gedichte 4 weiter zu den Kürzestgeschichten
Hoch droben weit über den Wipfeln gelegen
liegt sie einst mit Stolz gewesen
die Ruine derer von Geresen.
Abends in des Dämmerungsschein
Verbandelte treten in die Mauern ein,
wollen ungestört alleine sein.
Setzen sich auf die kleine Bank
ein Blick und zarte Worte ohne Zank
schüchternes rücken und nähern,
die Arme werden gehoben
leise einander verwoben.
Nach langer Zeit zu zwein
ist von Ferne die Uhr nicht mehr zu sehn
sie zählen deren Schläge bis nach zehn
Es ist spät, sie müssen gehen.
Im Schein des Mondes zum Wiedersehen
bevor sie gehen
sie wollen sich hier treffen
mit einem Schwur der Treue siegelnd
Von Montag bis Samstag allein
trotzend dem Regen und Wind.
Kein Besucher kann ein.
Verschlossen die Türen
sperren Blicke und Besuche.
Auf der Spitze zeigend den Wind
golden der metallene Hahn.
Am Samstag die Türen knarren
gewirbelt wird Staub,
gewaschen der Boden,
gesteckt die Zahlen der Lieder.
Sonntag früh das Glöcklein hell klingt,
sollen aufstehen und fertig sein beim erneuten Läuten. Aufbrechen zum Besuch
des Kirchlein.
Durch das Fenster dringt noch immer
kein Morgenschimmer
in das Zimmer.
Einzelnes kurzes trippeln der Mäuse verrät das Leben und
einzeln knarrt ein Balken des Hauses.
Sonst ist es vollkommen
still.
Bei Vollmondnächten still, klar und rein
des Wächter Glocke schallt um zwölf hinein
in der Stadt kehrt Ruhe ein,
doch in alten Gemäuern auf den Bergen
erwacht das Leben erst um zwölf
mit singen, tanzen und schweben
balancieren auf den Zinnen
hie und da ein leises ruiuh
der Nachtwächter schallt es ist eins
auf den Bergen ist wieder Ruh.
Am Ufer eine Mühle steht, sich
das Mühlrad nur mit Wasser dreht
Im Bächlein klar und rein
fließt das Wasser mit einem Rauschen.
In den Zweigen und Geäst
ist manch ein Vogel am Lauschen
was das Wasser erzählt vom Sein
Aus dem Bett gezwungen,
mit Balken, Brettern und Bohlen
hin zum Rad, dass es trifft,
am Uferrand erschrickt ein Fohlen
senkt den Kopf und wirkt gedrungen.
Schon ist das Fohlen wieder aufgerafft
das Mühlrad dreht noch immer
das Wasser fließt mit einer Freude
müde wird es nimmer
die Arbeit ist geschafft,
Das Wasser platscht in den See hinein
und tut einem jeden kund
hier wird geschaffen und gemahlen
solange das Rad sich drehet rund
hat Müller' n der Ruhe kein
Das Wasser unterdessen
bringt Luft für Fisch und Hecht
Hoch im Baum über dem Fohlen
mit lauten Schlägen klopft ein Specht
findet was, schon ists gegessen.