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Chronik

Geschichte des Vereins


1897-1930

Das Gründungsjahr des Schützenvereins Immergrün Thalheim ist urkundlich nicht erwähnt. Im Pokalschrank des Vereins steht jedoch ein prächtiger Porzellankrugmit Zinndeckel, der neben einem Bild des Stifters Pfarrer Kißlinger folgende Aufschrift trägt: "Gewidmet der Schützengesellschaft Immergrün Thalheim von Pfarrer Kißlinger 1897". Leider gelang es dem Chronikausschuß des Vereins trotz umfangreicher Nachforschungen bei der Gemeinde, in der Kirchenchronik und im Bayerischen Hauptstaatsarchiv nicht, weitere Belege über das Vereinsgeschehen vor 1897 zu finden.


1931

Einen weiteren Hinweis auf die Existenz des Vereins findet man sogar erst wieder im Jahre 1931 in Form einer Schützenscheibe.


1934-1939


Erst ab dem Jahr 1934 ist das Vereinsleben schriftlich dokumentiert.Im Bayerischen Hauptstaatsarchiv kann man den folgenden Eintrag vom 17. März 1934 nachlesen: "Der Verein hatte 30 Mitglieder und einen Schießstand mit sieben Metern in der Gaststube vom Herbergsvater Germeier. Der Vorstand hieß Beis Andreas aus Kleinstürzlham. Er verstarb jedoch überraschend im Jahre 1934. Nachfolger wurde Isidor Wassenlechner aus Baumberg". Er begann am 12. Juni 1939 mit der Planung eines Kleinkaliberschießstandes mit 50 m Länge, auf dem Grundstück mit der Flur-Nr. 63 von Johann Germeier, Gastwirt aus Thalheim. Den Plan des Schießstandes fertigte Georg Brendel an. Leider konnte dieser nicht mehr genehmigt werden, weil die maßgebenden Persönlichkeiten einberufen wurden. Aus amtstechnischen Gründen konnte der vorgesehene Platz nicht mehr begutachtet werden.


1939-1949


Als durch die Kriegsereignisse die meisten aktiven Schützen zum Militärdienst einberufen wurden, kam das Vereinsleben zum Erliegen. Der verlorene Krieg und die amerikanische Besatzungsmacht bewirkten, daß Zusammenschlüsse und Vereinigungen der deutschen Bürger zunächst untersagt wurden. Auch die große Not der Nachkriegszeit und die persönliche Sorge um die tägliche Existenz förderten keineswegs die Vereinsbildung. Erschwerend kam hinzu, daß selbst die Sportwaffen abzuliefern waren. Geschossen wurde ja fast ausnahmslos mit Zimmerstutzen.

1949


Erst am 15. Januar 1949 wurde unter dem Vorsitz von Georg Braun und folgenden weiteren Gründungsmitgliedern: Peter Pfanzelt, Peregrin Stulberger, Ludwig Jaksch, Anton Brandlmaier, Alois Obermaier, Leo Böhm und Fritz Böhm der Verein wieder ins Leben gerufen. Der Besitzer des Vereinslokals, Peregrin Stulberger sen., kaufte das erste Luftgewehr und legte damit den Grundstein für das sportliche Schießen auf einem Sieben-Meter-Schießstand in der Gaststube. Ein heute nicht mehr gebrauchter, damals aber sehr wichtiger Posten war der des "Zielers". Seine Aufgabe war, dem Schützen nach dem Schuß die Trefferzahl anzuzeigen und die Scheibe zu wechseln. Nach jedem geschossenen Zwölfer hörte man einen "Juchzer".

1954


Aus dem Jahr 1954 besitzt der Schützenverein zwei bemalte Scheiben.

1955


Im darauffolgenden Jahr übernahm der Herbergsvater Peregrin Stulberger das Amt des 1. Schützenmeisters. Auch aus diesem Jahre ist noch eine bemalte Schützenscheibe vorhanden.

1957


Der bisher größte Höhepunkt der Vereinsgeschichte war die Fahnenweihe am Sonntag, den 29. Juni 1957. Unter dem Vorsitz von Johann Kressierer und der Vorstandschaft entschloß man sich, im Frühjahr 1956 eine Vereinsfahne anzuschaffen. Die Fahne wurde nach der Zeichnung von Alois Obermaier bei der Firma Auer angefertigt und kostete ca. 4000.- DM. Die Vereine der Gemeinde Thalheim: Freiwillige Feuerwehr Thalheim und Rappoltskirchen, Krieger- und Soldatenverein Thalheim und Rappoltskirchen, Schützenverein Waldeslust Rappoltskirchen und der Patenverein Gemütlichkeit Oberbierbach mit ihrer Patenjungfrau Felizitas Anzinger wurden zum Fest eingeladen. Als Gegenbesuch kamen die Buren-Schützen aus Erding, da unsere Vereinsabordnung bei ihrer Fahnenweihe ein Jahr zuvor teilgenommen hatte. Das Ehrenamt der Fahnenmutter übernahm Anna Wimmer, als Begleitung fungierten Marlies Obermaier und Hedwig Schwaiger. Die Fahnenbänder überreichten die Festjungfrauen: Betty Huber, Maria Seilbeck und Katharina Westermaier. Die Blaskapelle Holler führte den Festzug vom Wirt zur Kirche an. Den Festgottesdienst mit Weihe der Fahne zelebrierte Pfarrer Sobolewski in der Wallfahrtskirche Maria Thalheim. Das Mittagessen gab es im Saal des Vereinswirtes Stulberger. Bei herrlichem Sonnenschein feierte man im Wirtsgarten bis spät in die Nacht.

1958-1967


Im Frühjahr 1958 wurde Alois Obermaier für ein Jahr zum 1. Schützenmeister gewählt. Von 1959 bis 1965 bekleidete der Schneidermeister Franz Wimmer dieses Amt. Im Herbst 1964 errichtete der Verein einen 10 Meter Schießstand im Gang des Vereinslokals. Im Frühjahr 1965 baute man einen zweiten Schießstand hinzu und Alois Obermaier wurde für zwei Jahre zum 1. Schützenmeister gewählt. Er gab jedoch sein Amt am Ende der Schießsaison 1966/67 an Hans Braun ab. Unter dessen Leitung errichtete der Verein vier Schießstände im Saal des Vereinswirts.

1968-1969


Am 27. Januar 1968 begann der Schützengau Erding erstmals Gaurundenwettkämpfe auszutragen. Der erste Wettkampf bei den Gemütlichkeit Schützen Oberbierbach wurde mit 784 zu 883 Ringen verloren. Die Mannschaft stellte sich wie folgt zusammen: Stulberger Peregrin, Braun Johann, Häusler Adolf und Obermaier Alois. Im Jahr 1969 kaufte der Verein das dritte Luftgewehr. Das Maibaumaufstellen war bis 1978 fester Bestandteil der Vereinsgeschichte. Es fanden sich immer tatkräftige Männer, die diese Aufgabe meisterten. Aus Sicherheitsgründen mußte 1970 der Standort des Maibaumes von der "Villa Huber" (Austragshaus vom Wirt) an die Ostseite des Gasthauses Stulberger verlegt werden. Dort betonierte man einen festen Sockel. Da das Maibaumaufstellen sehr zeitaufwendig und kostspielig ist, entschloß man sich ab 1980 unter Mithilfe aller Ortsvereine diese Tradition fortzusetzen.

1971-1972


Wir übernahmen 1971 die Patenschaft bei der Fahnenweihe von Waldesruh Rappoltskirchen. Patenbraut war Marlene Härtl. Sie hat auch das Patenband gestiftet. Feststimmung herrschte in Thalheim vom 10. bis 18. Juni 1972, denn die Immergrün Schützen feierten ihr 75jähriges Gründungsfest mit Sektionsschießen. Ein Kirchenzug mit Blaskapelle, den Fahnen der Schützenvereine der Sektion Fraunberg, der Feuerwehr Thalheim und Kriegerkameradschaft bewegte sich zur Wallfahrtskirche. Dort zelebrierte Pfarrer Anton Hornung den Festgottesdienst.
Den ersten Platz beim Sektionspreisschießen errang der Jubelverein mit 1424 Ringen.
Einzelwertung: Erster Sektionsmeister Wimmer Rudolf 134 Ringe, Zweiter Sektionsmeister Auer Wilhelm 132 Ringe.
Für 40jährige Mitgliederschaft wurden ausgezeichnet: Georg Braun und Franz Wimmer; für 25jährige Zugehörigkeit: Georg Brendel und Hans Sellmaier. Ein von Gauschützenmeister Wiest überreichtes Gaukrügerl wurde Peter Pfanzelt für besondere Leistungen im Vereinsleben ausgehändigt. Bei Blasmusik blieb man im Wirtsgarten noch gemütlich beisammen. Als es abends kühl wurde, begab man sich zum Tanz in den Saal. Dieses gelungene Fest wird lange in guter Erinnerung bleiben.

1973


12. Mai Ausschußsitzung Thema: Kauf eines vierten Luftgewehrs
6. Juni Ausschußsitzung Thema: Anschaffung einer Teilermaschine

1978-1979


Am 24. November 1978 kamen die St. Hubertus Schützen aus Fraunberg zu den Immergrün-Schützen nach Thalheim zum Patenbitten. Nach altem Brauch brachte unser Schützenmeister Hans Braun kantige Holzscheitl. Darauf mußte der Fraunberger Festleiter Hans Pfanzelt samt Fahnenmutter Maria Eschbaumer, Fahnenbraut Marile Hörhammer und der Vereinschef der Fraunberger Franz Angermaier knien und uns untertänigst um die Patenschaft bitten.Nach langem Verhandeln und einer Zusage über 100 Liter Freibier ließen sich die Immergrün-Schützen überreden.So wurden wir Patenverein bei den Fraunberger Schützen.Am Sonntag, den 10. Juni 1979, war es dann so weit. Alle Schützen und Festjungfrauen fuhren mit ihren neuen Schützenanzügen und festlichen Dirndlkleider nach Fraunberg. Patenjungfrau der Immergrün-Schützen war Häusler Maria, die Taferl Buben Braun Günter und Braun Josef. Bei schönem Wetter feierten wir zusammen mit dem Festverein St. Hubertus Fraunberg und vielen Schützenvereinen das Gründungsfest.

1984


Im Jahre 1984, nach mittlerweile fast 30 Jahren, wurde unsere Vereinsfahne von der Firma Kössinger in Schierling neu restauriert.

1985


Um uns das aufwendige Auf- und Abbauen der inzwischen acht Schießstände im Saal unseres Vereinwirts Stulberger zu ersparen, entschloß man sich im Frühjahr 1985 das Dachgeschoß zu einem Schießstand auszubauen. Die gesamten Materialkosten übernahm unser Herbergsvater. Viele Arbeitsstunden (ca. 1250) waren nötig um das Sektionsschießen im April 1985 schon am neuen Stand durchzuführen. Dabei konnten wir Platz 5 erreichen. Sektionskönig wurde Braun Hans.Die offizielle Einweihung war am 21. September 1985.

1986


Das traditionelle Bräupokalschießen der Brauerei Wifling im März 1986 fand dieses Mal in Thalheim statt.

1987


Am 30. April 1987 feierten vereinsintern die Immergrün Schützen ihr 90 jähriges Bestehen. Es wurden folgende Mitglieder geehrt:
50 jähriges Jubiläum: Wimmer Franz und Braun Georg
25 jähriges Jubiläum: Braun Hans, Braun Josef, Bauer Alois sen., Fuchs Georg, Lachner Alfons, Rosenberger Peter sen.
Protektoratsabzeichen in Gold: Strohmeier Georg
Für 20 Jahre Vorstand bekam Braun Hans von der Gemeinde Fraunberg das Gemeindewappen und vom Schützenverein einen Zinnteller überreicht.

1989


Alle Interessierten trafen sich am 17. Februar 1989 beim Vereinswirt "Berge" zur Anprobe neuer Kleider und Schützenanzüge.

1991


Bei der Generalversammlung vom 26. April 1991 beschloß man den Verein "e.V." ins Amtsgericht einzutragen.

1992-1994


Erstmals in der Vereinsgeschichte krönten wir beim Königsschießen 1992 die erst 15 jährige Jungschützin Maria Moosrainer zur Schützenkönigin und somit war die Tradition "der Könige" gebrochen.
Die Generalversammlung im Oktober 1992 brachte einschneidende Veränderungen im Verein. Es wurde eine neue Vorstandschaft gewählt. Nach einem viertel Jahrhundert gab der verdiente Schützenmeister Braun Hans sein Amt auf. Nachfolger wurde Häusler Adolf jun.

Im Herbst 1992 beschloß die Vorstandschaft das Gauschießen 1994 durchzuführen. Am 20. Mai 1993 wurde das Gauschießen beim Gauschützenmeisteramt Erding sowie bei der Gemeinde Fraunberg schriftlich beantragt.

Im Frühjahr 1994 erstellten wir mit viel Arbeitsaufwand ein Programmheft. Damit ein reibungsloser Ablauf der Veranstaltung gewährleistet war, schaffte sich der Verein eine elektronische Ringlesemaschine mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde Fraunberg an. Zum ersten Mal wurde bei einem Wettkampf des Gaues Erding das Computerprogramm des BSSB 2000 eingesetzt. Am Freitag, den 13. Mai 1994 begann unter Mithilfe zahlreicher Vereinsmitglieder der Aufbau der 27 Schießstände in der Thalheimer Schulturnhalle. Am Sonntag, den 15. Mai 1994 eröffneten wir das 49. Gauschießen mit einem Demonstrationswettkampf und anschließendem Finalschießen des Gaukaders Erding. Wir konnten an den 14 Schießtagen 934 Einlagen ausstellen. Die gut besuchte Preisverteilung fand am Samstag, den 4. Juni 1994 statt, wobei Geld- und Sachpreise im Wert von 25.000 DM an die Preisträger überreicht werden konnten. Zu diesem Anlaß ehrte der Gauschützenmeister Franz Burgholzer mit der Verdienstnadel des BSSB Jell Georg und Neumeier Michael. Der gelungene Abend mit musikalischer Unterhaltung dauerte bis früh in den Morgen.

Am 11.12.1995 wählten die jugendlichen Mitglieder eine eigene Jugendvorstandschaft. Damit war unser Verein der 2. Schützenverein im Gau Erding, bei dem sich die Jugend selbst verwaltet und somit in die Aufgaben einer Schützenvorstandschaft hineinwächst. Durch die konsequente Jugendarbeit konnte der Verein bei den Gau-, Bezirks- und Bayerischen Meisterschaften gute Platzierungen erzielen. Im Jahre 1996 gelang es
Bader Claudia, Schulz Thomas und Häusler Andreas den Gaujugendrekord mit 1136 Ringen zu schießen.1996 beteiligten sich sieben Mannschaften bei den Gaurundenwettkämpfen, davon eine Luftpistolen- und zwei Jugendmannschaften. Die größten Erfolge der 1. Mannschaft war 1995 der Aufstieg in die Gauoberliga und 1996 der 3. Platz.

Neben dem wöchentlichen Schießbetrieb werden auch viele andere Veranstaltungen abgehalten. So zählt das Anfangsschießen, das Nußschießen mit Nikolausfeier, die Christbaumversteigerung, der Faschingsball, das Ostereierschießen, das König- und Strohschießen und das traditionelle Grillfest zum festen Bestand des Vereinslebens. Die Beteiligung an Veranstaltungen anderer Gesellschaften gehört außerdem zum Jahresablauf, wie zum Beispiel Freundschaftsschießen, kirchliche Feste und Fahnenweihen. 

Treue dem Verein, Treue der Schützensache, das möge auch in Zukunft der Wahlspruch eines jeden Schützen sein, dann wird der Schützenverein Immergrün Thalheim auch weiterhin ein namhafter Förderer des gesamten Schützenwesens sein.