Bezirksbildungstag

 

Bericht über den Bezirksbildungstag am 9.3.2008 (von Antonius Hartz)

"Menschen fragen wieder nach Gott"- (Wie) können wir antworten? war die Thematik des Kolping-Bezirksbildungstages in Bawinkel, an dem annähernd 100 Kolpinger aus dem Bezirk/ Dekanat Lingen teilnahmen. Als Referent hatte sich Dr. Martin Schomaker, Regens des Priesterseminars in Osnabrück und künftiger Propst in Bremen, bereiterklärt.

Traditionell begann der Bildungstag mit einer hl. Messe in der St.Alexander-Kirche in Bawinkel mit Dr. Martin Schomaker als Zelebrant und Prediger über die Redewendung "Es ist etwas dazwischen gekommen". Dazu erklärte der Theologe in Anbetracht der bischöflichen Fastenaktion Misereor, dass Gott dazwischen komme, denn er gebe Zuversicht und Leben. Wie Jesus sich der Menschen liebevoll angenommen habe, so seien auch wir gefordert, uns der Menschen anzunehmen.

Nach einem gemeinsamen Frühstück in der Gaststätte Müter hieß Hermann Schnuck in Vertretung des Bezirksvorsitzenden die Kolpingschwestern und Kolpingbrüder sowie den Referenten herzlich willkommen und verwies in Bezug auf das Thema darauf, dass Religion ein Wesensbestand des Kolpingwerkes sei.

Dr. Martin Schomaker begann seine Ausführungen mit der religiösen Schlagzeile in einer deutschen Zeitung zur Papstwahl Benedikts XVI. "Wir sind Papst" und stellte die Frage nach dem Sinn dieser Schlagzeile. Dabei verwies der Referent darauf, dass seit einigen Jahren ähnliche Schlagworte wie auch das von der "Rückkehr des Heiligen" in aller Munde seien und von den Medien und anderen interessierten Kreisen nachhaltig verbreitet würden. So fänden in Deutschland derzeit jährlich rund 200.000 Tauf- und Kommunionfeiern sowie 250.000 kirchliche Beerdigungen statt, aber nur 50.000 kirchliche Trauungen. Eine unbekannte Mehrheit neige wohl zur Kasulienfrömmigkeit, d. h. sie gingen selten in die Kirche, nähmen aber traditionelle Angebote der Kirche für entscheidende Übergänge im Leben mit ritueller Begleitung gerne an. Damit verfüge die Kirche in unserer Gesellschaft über eine Kompetenz, die weit mehr im Leben der Menschen verankert sei, als es der auf die "unbekannte Mehrheit" gerichtete Blick zunächst glauben machen wolle.

Die Religiositätsforschung, so der Theologe, stelle fest, dass Religiosität sich zwar verändere, aber nicht aussterbe, wie es lange Zeit angesichts einer sich entfaltenden Modernität irrtümlicherweise vorhergesagt worden sei. Zur Zukunft der Kirche betonte Dr. Schomaker : "Wenn die Kirche es schafft, die Funktion kirchlicher Bezüge für die Biografie der Menschen einsichtig zu machen, kann sie beim Einzelnen an Gewicht gewinnen". Wo Kirche aber als Zwangsinstitution erlebt werde, stehe sie auf schwierigem Posten.

Konsequenzen aus den genannten Gegebenheiten seien u. a., dass zum Christsein Glaubenswissen gehöre und entschiedenes Handeln. Glaube wolle erfahren werden, was auch eine pastorale Aufgabe der Kirche sei. Auf die Frage nach den Kirchengeboten sagte der Regens, dass es sie selbstverständlich gebe - als Weisungen für ein gelingendes Leben in der Gemeinschaft der Kirche, aber ohne Zwang. Auch das Glaubensbekenntnis und das Gebet seien für den gläubigen Christen von primärer Bedeutung.

Foto: Die Verantwortlichen der Kolpingfamilie Bawinkel und des Bezirksvorstandes Lingen freuten sich mit Dr. Schomaker (4. v. links) über den guten Besuch des Bildungstages und stellten sich dem Fotografen zu einem Erinnerungsbild.

 

 

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