Radtour über den San Bernardino





1. Etappe: Bad Ragaz - Thusis    53km    210Hm

Schon einige Jahre hatte ich den Traum, die Alpen mit dem Fahrrad zu überqueren.
Zum Einstieg sollte es kein "Hammer" sein, und da ich von mehreren Fahrten nach Norditalien
den San Bernardino kannte und er in Berichten als relativ leicht beschrieben wurde,
habe ich mich seit dem letzten Jahr darauf vorbereitet.

Im Internet habe ich bei Recherchen das "Veloland Schweiz" entdeckt mit der Route Nr. 6,
die sich mit meinen Vorstellungen deckte.

Für den 5. Juni 2001 war der Start geplant.
Die Tage davor war es noch ziemlich kalt, deshalb habe ich fast jeden Tag im Internet den
Alpenstraßenbericht verfolgt, ob die Wintersperre schon aufgehoben ist.
Zu den Pfingstfeiertagen war er endlich offen, so dass das Unternehmen pünktlich starten
konnte.
Früh am Morgen ging es mit der Familie im Auto Richtung Bodensee und den Rhein aufwärts
bis nach Bad Ragaz.
Nach einem stärkenden Mittagessen startete ich Richtung Chur. Bei angenehmen Temperaturen und
ohne den hier sonst üblichen Gegenwind aus Süd ging es durch Auwälder und
Industriegebiete den Rhein entlang über Chur nach Ems/Domat.
Die Beschilderung zuwischen Chur und Rhäzüz fehlte teilweise und war manchmal
misverständlich.
Bei Rhäzünz biegt der Hinterrhein nach Süden und endlich bleibt der Verkehr hinter
mir und die Natur begleitet den Radweg bis zum Tagesziel Thusis, wo ich mich mit meiner
Familie verabredet habe.

In der Nacht fängt es an zu regnen; am Morgen regnet es stark und die Wolken hängen
bis ins Tal; der Einstieg in die Via Mala liegt im Nebel, der Wetterbericht spricht von
anhaltendem Regen und in einigen Gebieten von Schneefall.
Da eine Weiterfahrt unter diesen Bedingungen schlecht möglich ist (dies ist immerhin mein
Urlaub!), beschließen wir das Unternehmen vorerst abzubrechen und weiter mit dem Auto
über den Alpenhauptkamm in den Süden an den Lago Maggiore zu fahren.




2. Etappe: Thusis - Splügen    26km    734Hm

Zum 2. Anlauf habe ich das lange Wochenende vom 3.Oktober ausgesucht.
Die Tage zuvor waren auch nicht das Wahre, doch pünktlich am 3. Oktober wurde es wieder warm
und sonnig.
Nach dem Start in Thusis radle ich auf der Landstrasse durch die Via Mala auf die Ebene von Andeer.
Hier kommt langsam der übliche Südwind zum tragen.
Der Radweg führt an der Rofflaschlucht vorbei zum Suferer See.
Hier wird anscheinend mal wieder die Schnellstraße repariert, da starker Verkehr mit
LKWs ist; ich gehe zweimal von der Straße, damit die Autos überholen können.
An der Ostseite des Suferer Sees ist das erste Stück Schotterweg.
Am frühen Nachmittag erreiche ich mein heutiges Ziel, Splügen.

Die ganze Nacht ist es sternenklar, doch am Morgen das gleiche Bild: Regen und Nebel.
Ich beschließe, auf besseres Wetter zu warten, das zwei Tage später da ist.



3. Etappe: Splügen - San Bernardino-Pass - Bellinzona    74km     609Hm    1840Gefällmeter

Kurz vor Mittag starte ich in Splügen. Zwischen Medels und Nufenen führt der Radweg
am Rhein entlang auf Schotter und durch Bachläufe.
In Hinterrhein mache ich eine kurze Pause, um gestärkt den eigentlichen Pass mit
ca. 460 Höhenmetern auf 8 km in Angriff zu nehmen.





Dies ging leichter als gedacht und nach ca. 50 Minuten hatte ich die Passhöhe erreicht.
Nachdem ich das Gipfelglück genossen hatte, ging es bergab bis Mesocco und dann zum Ziel nach
Bellinzona. Das letzte Stück zwischen Roveredo und Bellinzona war gleichzeitig auch
das schlechteste mit Schotter und Schlaglöchern, die selbst für ein Tourenrad fast nicht
zu befahren waren.





Stand: 18.02.2002