Mein Weg zur Astronomie.
Es war schon immer der Blick in den Himmel der mich als kleiner Junge
faszinierte. So könnte ein schöner Roman beginnen, aber ich
kam doch erst spät zur Astronomie. In La Palma 1994 ist es wohl
passiert, als ich vom Astrovirus befallen wurde. Der Blick in den
atemberaubenden Nachthimmel mit den zigtausend funkelten Sternen
ließ in mir Gänsehautfeeling aufkommen. Eine Fahrt über
den Roque de Muchachos vorbei an, in den stahlblauen Himmel ragende
schneeweißen Sternwarten erweckte in mir endgültig ein
brennendes Interesse an der Astronomie.
Roque de Muchachos
La Palma
Es sollten aber noch drei Jahre vergehen bis ich richtig in die
Astronomie einstieg. Im November 97 beschloss ich bei uns in
Würzburg einen Kurs über Astronomie bei der Volkshochschule
zu belegen. Der damalige Referent Herr Dr.Ulrich, der sein ganzes Leben
mit der Astronomie verbrachte und dieses Fach auch in der
Maximilian-Universität Würzburg lehrte, führte mich und
die anderen Kursteilnehmer, manchmal auf recht lustig und
unterhaltsame Weise durch die Verschiedenen Themenbereichen der
Astronomie. Erste Beobachtungen führte ich damals mit einem 08/15
...ääh ich glaub 20x60 Feldstecher einer russischen Firma
durch. Die Reise durch die Milchstraße ließ schnell auf
bessere Optik hoffen. 1998 kaufte ich mir schließlich ein Siberia
150, das eigentlich unter dem Namen "TAL" bekannt ist und ebenfalls aus
russischer
Produktion stammt. Mit diesem Gerät das auf einer schon recht
stabilen
Montierung aufgesetzt war konnte ich schon viele schöne
Beobachtungsnächte
erleben. Schnell war aber da das Verlangen nach größeren.
Irgendwie
stieß ich dann auf die "Selbstbau-Bibel" von "Kriege". Also
beschloss
ich einen 18 Zoll Dobsen nach den Vorbild von "Obssesion" zu bauen. Den
Spiegel wollte ich mir damals vom Händler besorgen. Der steigende
Dollar
Kurs jener Zeit ließ diesen Traum aber schnell zerplatzen.
Oder doch nicht? In dieser Zeit lernte ich Thomas H. kennen, einen
alten Hasen in Sachen Spiegelschleifen, der Mitglied bei der
Volkssternwarte Würzburg ist.
Mit Thomas Hilfe gelang es mir meinen ersten Spiegel zu schleifen,
einen 8 Zoll mit 1250 mm Brennweite. Dieser sollte der erste Spiegel
auf dem Weg zum 18 Zöller sein. Im August 2000 wurde ich ebenfalls
Mitglied der Volkssternwarte Würzburg und versuche seit dem den
Verein bei
öffentlichen Führungen oder sonstigen Aktivitäten zu
unterstützen.
Seit einiger Zeit arbeite ich an einem 14 Zoll Gitter Dobson der
endlich auf Fertigstellung wartet. Den Spiegel für diesen Newton
habe ich auch selber geschliffen. Das Gute Stück hat eine
Brennweite von 1850 mm. Außer den Selbstbauprojekten interessiere
ich mich noch für die Astrofotografie per WebCam und digitalen
Spiegelreflexkamera. Bilder könnt ihr in der Galerie bestaunen.
Weiter beschäftige ich mich auch mit der historischen Astronomie,
so bin ich dabei mir eine kleine historische Bibliothek aufzubauen.
Darunter zum Beispiel Werke von Edmund Weiss, dessen Astonomischer
Bildatlas sehr bekannt ist.