systemische Familientherapie


Die Familie versteht sich als System. Wenn Kinder Probleme  oder Krankheiten haben oder Verhaltensauffälligkeiten zeigen, haben diese ihre Ursachen meist bei den Eltern oder Großeltern. Die Kinder haben das aus blinder Liebe übernommen. Durch Anschauen des Familiensystems werden diese Verbindungen sichtbar und können gelöst werden.

Zur Behandlung von Kindern mit Verhaltens- und Aufmerksamkeitsstörungen ist die systemische Familientherapie sehr gut geeignet. Wenn die  Familienbalance gestört ist, dann wird häufig nur ein Familienmitglied auffällig. Meist zeigen dann die Kinder Verhaltensauffälligkeiten und machen somit auf Probleme im Familiensystem aufmerksam. In diesem Fall sind die Kinder die sogenannten „Symptomträger“, die durch ihre Symptome das gesamte System beschäftigen.
Beispielsweise können Schulschwierigkeiten eines Kindes dazu dienen, dass die »Konfliktehe« der Eltern nicht zerbricht, weil sie sich gemeinsam um die Probleme des Kindes kümmern müssen. Die Symptome des Kindes haben also eine positive Funktion, auch wenn es selbst trotzdem darunter leidet.

Das Kind wird im systemischen Ansatz aber nicht von seinen Defiziten her betrachtet, sondern von seinen Fähigkeiten und Ressource. Diese kommen auch in schwierigen Verhaltensweisen - wenn auch meist verdeckt - zum Ausdruck.

Eine besonders wirksame Technik der systemischen Familientherapie sind die sogenannten „Familienskulpturen“. Das Kind stellt sein inneres Bild von der Familie oder einer Situation mit Hilfe von Holzfiguren dar. Durch die besondere Art, in der es diese anordnet, werden die sozialen Positionen, Beziehungskonstellationen und Konflikte des Kindes ersichtlich.

Somit steht nicht das Kind als Einzelperson im Mittelpunkt der Betrachtung, sondern das ganze System, in dem es sich bewegt. Der Blick richtet sich auf bestehende Muster, Verhaltensweisen und Zusammenhänge des Systems.

Mit Hilfe therapeutischer Interventionen kommt das System in Bewegung und kann sich neu ausrichten. Alte Regeln und Muster können auf diese Weise revidiert und neue in das System eingeführt werden.

Grundsätzliches Ziel dieser Systemischen Familientherapie ist es,  das Selbstwertgefühl des Kindes bzw. jedes Familienmitglieds zu stärken - sowie den Zusammenhalt untereinander zu festigen, die Kommunikation und den Austausch zu verbessern und schädigende Beziehungsmuster zu verändern.





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